Ärztefehler: Zweifachmutter erleidet Fehlgeburt, dann werden ihr Beine und Arm amputiert

15. März 2018 - 16:05 Uhr

Magdalena Malec: "Mein Leben ist kein Leben, es ist ein Dahinvegetieren"

Alles hätte so schön werden können: Magdalena Malec aus der Nähe von London ist schwanger. Ihr Mann Robert, die neunjährige Paulina und der siebenjährige Severin können das neue Familienmitglied kaum erwarten. Das war 2014. Doch dann kommt es anders. Heute hat sie alles verloren. Ihr drittes Kind, ihren Mann, Gliedmaßen ihres Körpers, ihr altes Leben. Eine bewegende Geschichte.

Zweifachmama erleidet Eileiterschwangerschaft – den Ärzten fällt es nicht auf

Magdalenas Schicksal liest sich wie ein Albtraum, aus dem man sofort aufwachen möchte. Wenige Wochen, nachdem die 31-Jährige und ihr Mann von der Schwangerschaft erfahren hatten, erlitt sie eine Fehlgeburt. Der Traum vom dritten Kind war geplatzt. Doch es kam noch schlimmer: Auch einige Zeit nach der Fehlgeburt kämpfte sie mit starken Blutungen und Unterleibsschmerzen. Bis es irgendwann so schlimm wurde, dass sie in die Notaufnahme musste. Ärzte vor Ort verabreichten ihr jedoch nur Schmerzmittel und Präparate gegen Übelkeit und schickten sie wieder nach Hause.

Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Magdalena hatte eine Eileiterschwangerschaft (ektopische Schwangerschaft). Dabei nistet sich das befruchtete Ei außerhalb der Gebärmutter ein. Der Fötus ist dort jedoch nicht überlebensfähig. Diese Hiobsbotschaft erfuhr das Paar am ersten Weihnachtsfeiertag 2014. Magdalena wurde noch am selben Tag operiert.

Magdalena Malec wurden Gliedmaßen amputiert

Doch ihr Körper erholte sich nicht von den Operationsstrapazen, und es kam noch schlimmer für die 31-Jährige: Magdalena erlitt eine Blutvergiftung. Und das nur, weil das Krankenhauspersonal versäumte, die Warnzeichen ernst zu nehmen. Die Sepsis brachte das Gewebe ihrer Unterschenkel, ihres rechten Arms und der Finger der linken Hand zum Absterben. Außerdem war sie auf eine Nierentransplantation angewiesen. Doch darauf wartete Magdalena zunächst vergebens.

Dem englischen Nachrichtenportal 'Telegraph' teilte sie mit, wie fahrlässig die Ärzte mit ihr umgingen: "Ich musste sechs Monate auf die Amputation meiner Gliedmaßen warten, mit stinkenden und verwesenden Beinen und Armen."

In der schweren Zeit des Wartens stand für die Zweifachmama drei Mal pro Woche Dialyse auf der Tagesordnung – für die ganze Familie eine zermürbende Zeit. So schwer, dass auch noch die Beziehung zu Ehemann Robert nach und nach daran zerbrach.

Magdalena wurde alles genommen. Ihr Leben gleicht einem Trümmerfeld. Prothesen an Beinen und Armen werden sie für immer an ihre schlimme Krankengeschichte erinnern. Wie es ihr heute damit geht und wie sie versucht, ihren Alltag zu meistern, sehen Sie im Video.

Verantwortliche entschuldigten sich

Für ihren Zustand ist vor allem eine Verkettung ärztlicher Fehler verantwortlich. Verständlich, dass ihr Vertrauen in Mediziner nahezu gleich Null ist. Die Chefs des Luton and Dunstable University Krankenhauses entschuldigten sich für die Behandlungsfehler, die begangen wurden. Doch: Auch das macht Magdalena nicht mehr gesund.