US-Daten mit 6 Millionen Kindern könnten Umdenken bringen

Ändert die Stiko bald ihre Impfempfehlung für Kinder?

14. Juli 2021 - 14:44 Uhr

Kinder- und Jugendmediziner rechnet mit Impfempfehlung für alle ab 12 Jahren

Zwar können Kinder- und Jugendliche ab 12 Jahren in Deutschland geimpft werden, eine generelle Empfehlung für alle gibt es von der Ständigen Impfkommission (STIKO) aber bislang trotzdem noch nicht. Doch das könnte sich bald ändern. Damit rechnet zumindest der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin Dr. Burkhard Rodeck.

Warum zukünftig eine Empfehlung für alle kommen könnte, wie schwer Kinder erkranken und mit welchen Folgen sie zu kämpfen haben, verrät er im Corona Talk mit RTL-Reporterin Nele Balgo. Alle Infos gibt es im Video.

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US-Daten bringen neue Erkenntnisse

Als die Ständige Impfkommission im Juni über ihre Empfehlung für Kinderimpfungen entschieden hat, "sind im Rahmen dieser Zulassungsstudie gerade mal 1131 Kinder geimpft worden, mit einer Nachbeobachtungszeit von sechs Monaten", erklärt Kinder- und Jugendmediziner Dr. Burkhard Rodeck.

Mittlerweile liegen aber mehr Daten aus Impfungen in den USA vor. Es wurden Werte von sechs Millionen Kindern erfasst, die Nebenwirkungen seien "verschwindend" gering. Deshalb geht Rodeck davon aus, dass die Stiko ihre Empfehlungen für Kinderimpfungen "im Laufe der Zeit" an die neuen Erkenntnisse anpassen wird.

Kinder seien kaum gefährdet

Trotzdem seien infizierte Kinder kaum gefährdet, stationäre Aufnahmen oder sogar Todesfälle sehr selten. Erkranken können Kinder aber am sogenannten PIMS-Syndrom. "Das ist eine überschüssige Immunantwort, die bei insgesamt – in unseren Registern – 368 Kindern in Deutschland bislang aufgetreten ist." Es "sind körperliche Störungen, die eintreten können. Das ist eben das, was wir kennen als Fatigue-Syndrom. Das heißt man ist schlapp, man ist müde, man kommt nicht so richtig wieder in Gang", erläutert der Arzt.

Um genau solche Folgen zu verhindern, müssen Kinder in den Schulen besonders geschützt werden. Die Gefahr sich mit dem Virus anzustecken, ist in Innenräumen wie Klassenzimmern größer. Viele Schulen setzen deshalb auf Schnelltests, um Infektionen früh zu erkennen. Aber auf die ist nicht immer Verlass. Bei jüngeren Kindern werden manchmal nur zwei von zehn Infektionen erkannt, so Rodeck. Das liegt vor allem daran, dass Kinder oft keine Symptome zeigen. Anstatt Antigen-Schnelltests empfiehlt er deshalb PCR-Pooltests, die schon in einigen Bundesländern eingesetzt werden und verlässlichere Ergebnisse liefern sollen. (nba)

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