Ägypten-Wahl: ElBaradei ruft zum Boykott auf

11. Februar 2016 - 12:30 Uhr

Oppositionsführer Mohammed ElBaradei hat zum Boykott der von Ende April an geplanten Parlamentswahl in Ägypten aufgerufen. Über den Kurznachrichtendienst Twitter erklärte er, dass er schon unter Langzeitpräsident Husni Mubarak im Jahr 2010 zum Wahlboykott aufgerufen habe. Diesen Aufruf wiederhole er nun. "Ich werde nicht Teil eines Schwindels sein", so ElBaradei.

Kritik kam von Seiten der Muslimbruderschaft. Essam al-Arian, der stellvertretende Vorsitzende der Partei der Islamisten, twitterte seinerseits: "Die Flucht vor einem Volksentscheid bedeutet lediglich, dass manche ohne demokratisches Mandat an die Macht wollen."

Die Opposition fordert die Bildung einer Übergangsregierung, in der alle politischen Kräfte vertreten sind, und lehnt die Dominanz der Muslimbruderschaft in der Regierung ab. Aus den Reihen der islamistischen Bewegung stammt auch Mursi.

Präsident Mohammed Mursi hat per Dekret die Wahltermine festgelegt. Vorgesehen ist eine Abstimmung in vier Phasen. Die erste Runde soll am 27. und 28. April beginnen. Allerdings wird über eine Vorverlegung diskutiert. Denn die christlischen Kopten monieren, dass der Starttermin in die Zeit ihrer Osterfeierlichekeiten fällt.