Achtung, Schädlingsgefahr!

Erster lebender Japankäfer in Deutschland entdeckt

Eigentlich ist der Japankäfer ein schöner Anblick. Für Wälder und Wiesen kann er aber schädlich sein.
Eigentlich ist der Japankäfer ein schöner Anblick. Für Wälder und Wiesen kann er aber schädlich sein.
© deutsche presse agentur

24. November 2021 - 12:41 Uhr

Die Globalisierung des Käfers

Der Japankäfer hat seine Heimat – wie möge es bei dem Namen auch anders sein – in Japan. Auch in anderen Teilen Asiens und im äußersten Ost-Russland ist er weit verbreitet. Jetzt aber taucht das Krabbeltier immer mehr in Europa auf – so auch in Deutschland.

Erster Fund in Baden-Württemberg

Zum ersten Mal ist in Deutschland ein Exemplar des schädlichen Japankäfers nachweislich in eine Falle gegangen. Dabei handelt es sich um den ersten amtlich bestätigten Fund eines lebenden Japankäfers hierzulande, so das Regierungspräsidium Freiburg.

Das männliche Tier war Anfang November in einer sogenannten Pheromonfalle in der Nähe des Freiburger Güterbahnhofs entdeckt worden. Laut einem Sprecher des Regierungspräsidiums war es da zwar schon tot. Es müsse aber gelebt haben, um in die Falle zu gelangen.

Starke Fraßschäden an Bäumen drohen

Dieser Fund sowie ein vorheriger in Basel zeigen den Angaben zufolge, dass die Wahrscheinlichkeit von Japankäfern (Popillia japonica) in Baden-Württemberg zunimmt. Japankäfer können nach Angaben des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg starke Fraßschäden anrichten. Vor allem an Obstbäumen, Erdbeeren, Bohnen, Mais, Wein, Rosen, aber auch an vielen anderen Strauch- und Baumarten. Die Engerlinge – also die Larven – ernähren sich überwiegend von Graswurzeln und können ganze Rasen, Wiesen und Weiden zerstören.

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Daran erkennen Sie den Japankäfer

Erwachsene Japankäfer sind rund einen Zentimeter groß und sehen ähnlich aus wie heimische Gartenlaub-, Mai- oder Junikäfer. Der Japankäfer aber hat fünf weiße Haarbüschel an jeder Hinterleibsseite und zwei am Ende des Körpers. Das Halsschild schimmert auffällig grün-metallisch. Eigentlich ein schöner Anblick. Doch den deutschen Wäldern und Wiesen zuliebe, ist zu hoffen, dass Sie nie einen Japankäfer in Natura sehen werden. (dpa)