Achtung, nicht zahlen!

Zoll warnt vor Betrugsmasche per E-Mail

Der Zoll warnt aktuell vor Betrugsversuchen per E-Mail. (Symbolbild)
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11. Oktober 2020 - 12:45 Uhr

Seriöse E-Mail entpuppt sich als Betrug

Der deutsche Zoll sowie die Verbraucherzentrale NRW warnen aktuell vor Betrugsversuchen per E-Mail. Unter vorgetäuschten Absenderadressen der Zollverwaltung (noreply@zoll.de oder zoll@dhl.de) werden E-Mails verschickt, die besonders für Verbraucher gefährlich sind, die kürzlich etwas im Ausland bestellt haben. Per E-Mail werden diese nämlich zu Zahlungen von Zoll und Steuern unter Nutzung von anonymen Prepaid-Zahlungsdienstleistern aufgefordert.

Daran erkennen Sie die Betrugsmail

Die Phishing-Mails werden unter anderem mit dem Betreff "Benachrichtigungen: Zoll-Kundendienst" verschickt, wie der Zoll auf seiner Internetseite mitteilt. Bislang lauteten bei den bekannt gewordenen Betrugsversuchen die Paketverfolgungsnummern "Nr. RS29840L19906971" oder "Nr. RD45840Z1906999". Dass weitere andere erfundene Paketverfolgungsnummern verwendet werden, kann nicht ausgeschlossen werden.

Der Wortlaut der E-Mail ist folgendermaßen:

Sehr geehrter Kunde,

Ihr DHL-Paket: Nr. xxx, versandt am 22.09.2020, wird bearbeitet. Damit wir Ihr Paket liefern können, werden dem Importeur die Mehrkosten erneut in Rechnung gestellt.

Nach den geltenden Zollbestimmungen ist jede Einfuhr aus einem Land außerhalb der Europäischen Gemeinschaft mit einem Handelswert von mehr als 22 EUR unabhängig von der Art der Waren steuerpflichtig *.

* Artikel 134-I und II-1 ° des CGI: GESETZ Nr. 2012-1510 vom 03. Mai 2017 - Art. 68 (V) Die Validierung des Paysafecard-Guthabens für die Zahlung von Zollgebühren ist gültig.

Um die Zustellung Ihres Pakets für Ihre Heimatadresse zu ermöglichen, bitten wir Sie, Ihre nicht bezahlten Zollgebühren zu regulieren, indem Sie die folgenden Schritte ausführen, um die Zustellung Ihres Pakets abzuschließen:
1. Kaufen Sie einen Paysafecard PIN-Code Online (50 EUR)
2. Senden Sie den PIN-Code (16 Ziffern) an folgende Adresse:

xxx@xxx.xxx

Grüße,
Zoll Kundendienst

(Quelle: Verbraucherzentrale NRW)

So kommen die Betrüger an Ihr Geld

Empfänger der E-Mail werden aufgefordert, 50 Euro über den Zahlungsdienst Paysafecard zu zahlen. Erst dann kann das Paket angeblich zugestellt werden. Bei diesem Zahlungsdienst erwirbt man eine Karte mit einem Zahlencode und kann darüber den Wert der Karte im Internet ausgeben, erklärt die Verbraucherzentrale NRW.

Das Problem: Gibt man den Zugangs-Code für die Karte preis, so wie es die Betrüger in der E-Mail verlangen, haben diese Zugriff auf das Geld.

Fake-Mail vom Zoll bekommen? Das sollten Sie tun

Tatsächlich ist es möglich, dass auf aus dem Ausland bestellte Waren eine Einfuhrumsatzsteuer anfällt, erklärt die Verbraucherzentrale, allerdings würde der Zoll nicht auf diesem Weg darum bitten, den Betrag zu begleichen. "Der Zoll fordert niemals die Zahlung von Einfuhrabgaben über Prepaid-Zahlungsdienstleister an", so Ruth Haliti, Sprecherin des Zollkriminalamts.

Verbraucher, die diese Nachricht erhalten, sollen sie ignorieren und unbeantwortet in den Spam-Ordner oder Papierkorb verschieben, rät die Verbraucherzentrale. Der Zoll empfiehlt, im Zweifelsfall Kontakt mit der örtlich zuständigen Zolldienststelle aufzunehmen.