Adrian hatte schon drei OperationenAchtjähriger Kleinwüchsiger lässt sich Arme und Beine verlängern

Der achtjährige Adrian aus Rotenburg ist kleinwüchsig und wünscht sich eigentlich nur eine unbeschwerte Kindheit, in der er wie andere Kinder ohne Schmerzen schwimmen und Rad fahren kann. Um etwas größer zu werden, unterzieht sich der tapfere Junge mehreren Eingriffen, in denen die Knochen in seinen Armen und Beinen verlängert werden. Wie es Adrian inzwischen geht und wie viel er durch die Operationen bereits wachsen konnte, sehen Sie im Video.

Ab wann gilt ein Mensch als kleinwüchsig?

Laut dem Bundesselbsthilfe-Verband Kleinwüchsiger Menschen e.V. gibt es in Deutschland etwa 100.000 kleinwüchsige Menschen. Als kleinwüchsig gelten hierzulande Männer, die kleiner als 1,50 Meter sind und Frauen, die weniger als 1,40 Meter messen.

Es gibt über 100 verschiedene Erscheinungsformen von Kleinwüchsigkeit. Die häufigste Form ist die Achondroplasie, bei der Menschen bei ihrer Geburt zunächst normal groß sind. Erst wenn sie wachsen, zeigt ihr Skelett die typischen Anzeichen der Kleinwüchsigkeit. Vor allem Oberarm- und Oberschenkelknochen sind bei Achondroplasie verkürzt.

Insbesondere Oberschenkel- und Oberarmknochen sind verkürzt

Bei Menschen mit Achondroplasie liegt eine sogenannte dysproportionierte Kleinwüchsigkeit vor: Der Kopf ist verhältnismäßig größer und der Rumpf ist ähnlich groß wie der eines normalwüchsigen Menschen. Oberschenkel- und Oberarmknochen sind dagegen kürzer, ebenso Finger und Hals.

Kleinwüchsigkeit kann auch ein vorübergehendes Phänomen sein, da Kleinkinder, die im Kindesalter als kleinwüchsig gelten, den Größenrückstand wieder aufholen können und im Erwachsenenalter normal groß werden.

Bei manchen Formen der Kleinwüchsigkeit können Wachstumshormone eingesetzt werden - etwa, wenn der Grund für den Kleinwuchs ein Mangel an den entsprechenden Hormonen ist. Um einen deutlicheren Größenunterschied zu erreichen, können sich Betroffene Arme und Beine operativ verlängern lassen.

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Knochenstücke werden langsam auseinandergezogen

Bei diesem Eingriff werden die betreffenden Knochen künstlich gebrochen, wie Dr. Robert Rödl, Chefarzt der Kinderchirurgie im Klinikum Münster, erklärt. Über einen kleinen Schnitt wird der Knochen angebohrt und mit einem Meißel gebrochen. "Vorher haben wir ein Gerät angeschraubt, meistens mit zwei Schrauben pro Fragment, mit dem wir dann in der Lage sind, diese beiden Knochenstücke ganz langsam auseinanderzuziehen", so Dr. Rödl.

Der heilende Knochen wird dann über ein halbes Jahr jeden Tag um einen Millimeter verlängert. Bei kleinen Kindern heilt glücklicherweise alles besonders schnell - ideale Voraussetzungen, um einen neuen Knochen zu züchten und den Knochen zu verlängern. Medizinisch notwendig ist der Eingriff nicht. Für Kleinwüchsige wie Adrian ist er jedoch eine Chance auf ein normaleres Leben.