Welche Geräte kompatibel sind

5G-Mobilfunkstandard: Was bringt der Turbo fürs Smartphone?

Schneller surfen mit 5G? Nicht überall und in jedem Anwendungsfall bringt der Datenturbo Vorteile.
© dpa, Sebastian Gollnow, scg vge sab wst

17. September 2020 - 12:49 Uhr

Lohnt der Kauf eines 5G-Handys?

5G, also das Mobilfunknetz der 5. Generation, ist der neueste Standard für mobiles Internet und Mobilfunk. Die Technik gilt als Nachfolger des 4G-Netzes, das auch unter der Bezeichnung "Long Term Evolution" (LTE) bekannt ist. Was bringt der neue Standard? Was ist beim Kauf eines Smartphones zu beachten, das ihn unterstützt? Und ist das teure Extra überhaupt sinnvoll? Wir zeigen Tipps – und stellen empfehlenswerte Geräte vor.

Was bringt 5G?

Der 5G-Standard soll vor allem einen massiven Geschwindigkeits-Boost beim Surfen im Netz bringen. Die Telekom* beispielsweise verspricht einen Tempozuwachs um das Zwanzigfache – Kunden surfen demnach mit einer Geschwindigkeit von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) im 5G-Netz. Um die Leistungsfähigkeit zu verdeutlichen, ein Beispiel: Über einen herkömmlichen DSL-Anschluss mit einer Bandbreite von 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) benötigen Nutzer etwa 13 Minuten, um den Inhalt einer DVD (4,7 Gigabyte) aus dem Netz zu laden. Ein 5G-fähiges Notebook oder Smartphone saugt dieselbe Datenmenge im Idealfall in nur vier Sekunden!

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Weitere Vorteile im Alltag: Beim Streamen flimmern unterwegs Filme und Serien in höchster Qualität auf dem Display – ohne störende Nachladeaussetzer. Und die neuesten Urlaubsbilder sowie -videos lassen sich praktisch ohne Wartezeiten über den Messenger mit Freunden teilen – vorausgesetzt, deren Mobilfunkverbindung gibt das her.

Vorsicht beim Handy-Kauf: 5G ist nicht gleich 5G

Beim Ausbau der 5G-Netze setzt etwa die Telekom hierzulande aktuell vor allem auf zwei Frequenzbereiche, die sich in der Bandbreite voneinander unterscheiden: Der Bereich um 3,6 Gigahertz (GHz, Band n78) erreicht laut Telekom-Angaben bis zu 10 Gbit/s (also 1.000 MBit/s), der um 2,1 GHz (Band n1) ist mit einer Geschwindigkeit von (in der Regel) 225 Megabit pro Sekunde (MBit/s) deutlich langsamer.

Die Frequenzen sind in zweifacher Hinsicht beim Kauf etwa eines neuen 5G-Smartphones von Bedeutung: Zum einen klinkt sich nicht jedes 5G-Handy* in jedes 5G-Netz ein. Zum anderen gibt es nicht überall alle Frequenzbereiche. Mit dem schnellen n78-Band etwa versorgen die Anbieter aktuell primär Großstädte wie Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt und München. In breiter Fläche hingegen setzt unter anderem die Telekom auf den 2,1-GHz-Bereich. Warum? Hohe Frequenzen von 3,6 GHz bieten höhere Geschwindigkeiten, gleichzeitig reichen sie nicht besonders weit.

Auf der niedrigeren 2,1-GHz-Frequenz sind die Reichweiten der 5G-Antennen deutlich höher. Daher nutzen Telekommunikationsanbieter sie vor allem für die Flächenversorgung etwa in ländlichen Regionen. Sie sollten also vor dem Handy-Kauf prüfen, welche 5G-Frequenz sich an Ihrem Standort nutzen lässt – und welches Smartphone sie unterstützt. Dabei wichtig: Auch das sogenannte "Band 28" (der Frequenzbereich um 700 MHz) sollte das Handy beherrschen – Vodafone nutzt diesen unter anderem für die 5G-Flächenversorgung.

5G steuert das Netz der Zukunft – und Autos

Der Geschwindigkeits-Boost ist nicht das einzige Plus der Funktechnik. Denn deren extrem hohe Reaktionsgeschwindigkeiten im Netz sind entscheidende Faktoren für die Vernetzung von Maschinen in der Industrie – und intelligenten Geräten zu Hause. Die Reaktionszeit, also die Latenz, liegt laut den Anbietern im Idealfall bei nur einer Millisekunde. Das bedeutet: Die Antwort auf eine Anfrage im Netz erfolgt praktisch ohne Verzögerung – ein entscheidender Faktor unter anderem im Bereich des autonomen Fahrens.

Denn die künstliche Intelligenz eines selbstfahrenden Fahrzeugs muss Entscheidungen oft in Sekundenbruchteilen fällen, damit beispielsweise ein Auto rechtzeitig vor einem Hindernis zum Stehen kommt oder ihm ausweicht.

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Wo ist das 5G-Netz verfügbar?

Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit sind bei der Technik also gegeben, doch beim dritten Erfolgsfaktor herrscht Nachholbedarf: bei der Verfügbarkeit. In Sachen 5G-Abdeckung klaffen hierzulande riesige Lücken. Vor allem in ländlichen Regionen surfen Nutzer häufig im Schneckentempo. Ein Grund dafür: Erst seit gut einem Jahr befinden sich die Frequenzbänder im Besitz der Konzerne.

Nach einer mehrmonatigen Bieterschlacht ersteigerten Mitte 2019 die Deutsche Telekom, Drillisch, Telefónica und Vodafone 41 Frequenzblöcke aus den Bereichen 2 GHz und 3,6 GHz für insgesamt 6,5 Milliarden Euro. Doch weitere Investitionen sind nötig, um den Standard möglichst schnell für jedermann verfügbar zu machen. So bauen die Unternehmen die Infrastruktur aktuell massiv aus – sie rüsten alte Funkmasten auf und errichten an vielen Standorten neue.

Das 5G-Netz der Telekom beispielsweise lässt sich hierzulande nach Unternehmensangaben inzwischen von 40 Millionen Menschen nutzen. Mithilfe der Netzausbaukarten prüfen Sie, ob Sie sich an Ihrem Wohnort ins 5G-Netz einklinken können. Hier gelangen Sie zur Tarifübersicht aller 5G-Verträge der Telekom.*

Lohnt der Kauf eines 5G-Smartphones?

Geräte mit 5G-Unterstützung sind in der Regel teurer als die entsprechenden Schwestermodelle ohne den Funk-Support. Ein Beispiel: Für die 128-Gigabyte-Version des Samsung Galaxy S20+* ohne 5G zahlen Sie circa 800 Euro, fürs Samsung Galaxy S20+ 5G* mit Turbonetzanbindung sind etwa 1.000 Euro fällig.

Der Aufpreis – auch für entsprechende Mobilfunkverträge – lohnt sich möglicherweise, wenn Sie beispielsweise unterwegs beruflich große Datenpakete bearbeiten, empfangen oder verschicken. Das gilt vor allem dann, wenn Sie sich primär in Großstädten aufhalten, die bereits mit dem schnellen Band n78 abgedeckt sind. Beim normalen Surfen im Netz spüren Sie allerdings selbst dort kaum einen Unterschied im Vergleich zum 4G-Netz.

Anders das Bild in ländlichen Regionen: Die hierzulande in der Fläche vornehmlich verfügbare 2,1-GHz-Frequenz bringt dort Vorteile – trotz ihrer nicht ganz so hohen Bandbreite. Denn Anbieter versorgen die Gebiete bisher teils lediglich mit dem technisch veralteten 3G-Standard (UMTS). 5G sorgt dort also für einen gewaltigen Sprung in Sachen Tempo – sofern es künftig überhaupt bis in diese Regionen reicht. Landstriche mit geringer Bevölkerungsdichte sind für die Konzerne wirtschaftlich gesehen vergleichsweise unattraktiv. Die Bundesregierung will jedoch mit einer milliardenschweren Mobilfunkstrategie den Ausbau unterstützen.

Welches 5G-Handy ist top?

Die 5G-Abdeckung ist bei Ihnen gegeben, der Geschwindigkeits-Boost bringt Ihnen Vorteile – doch welches Smartphone kommt für den Kauf infrage? Diese drei Geräte unterstützen den schnellen Mobilfunkstandard und bieten jede Menge Extras:

Samsung Galaxy S20 Ultra 5G: Der King der Turbo-Handys

Samsung Galaxy S20 Ultra 5G
Samsungs Galaxy S20 Ultra 5G ist vollgepackt mit Hightech – perfekt unter anderem fürs schnelle Surfen im Netz.
© Samsung

Nicht nur im Netz sind Besitzer des Samsung Galaxy S20 Ultra 5G – mit entsprechendem 5G-Vertrag – blitzschnell unterwegs, auch der Bildschirm ist rasend fix: Das S20 Ultra bietet ein 120-Hertz-Display für flüssige Bildschirmdarstellung – perfekt fürs Zocken unterwegs. Dazu passend werkelt ein kräftiger Achtkern-Prozessor im Gerät. Je nach Modellvariante fasst der Arbeitsspeicher (RAM) satte 16 Gigabyte (GB), der Gerätespeicher bis zu 512 GB. Top-Ausstattungsmerkmale finden sich auch bei den verbauten Kameras: 100-fach-Zoom, 8K-Videos und, und, und – die Qualität der Fotos und Filme ist hervorragend.

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Der mit 5.000 Milliamperestunden (mAh) recht groß bemessene Akku sorgt zudem dafür, dass dem Gerät so schnell nicht die Puste ausgeht. Alles prima also? Nicht ganz. Der fehlende Kopfhöreranschluss spricht womöglich gegen das Galaxy S20 Ultra 5G – und natürlich der hohe Preis: In der Top-Ausstattung (16 GB RAM, 512 GB Hauptspeicher) kostet das Smartphone mehr als 1.500 Euro. Unterm Strich kommt das Gerät in Tests der Fachpresse jedoch hervorragend weg – chip.de beispielsweise vergibt die Note "sehr gut", Computer Bild ein "gut" (1,6).

  • Betriebssystem: Android
  • Akkukapazität: 5000 Milliamperestunden (mAh)
  • 6,9-Zoll-Display
  • Hauptkamera mit 108 Megapixeln
  • Videos mit 8K-Auflösung
  • Preis: circa 1.000 Euro (128 GB Gerätespeicher)

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One Plus 8 Pro: 5G-Handy mit Top-Kamera

One Plus 8 Pro
Das One Plus 8 Pro bietet nicht nur den flotten 5G-Netzzugang, sondern auch eine Top-Kamera.
© One Plus

Das One Plus 8 Pro spielt bei Ausstattung und Qualität in der Liga des Samsung Galaxy S20 Ultra 5G. Es hat ebenfalls ein reaktionsschnelles 120-Hertz-Display, das für eine flüssige Bildschirmdarstellung sorgt. 48-Megapixel-Auflösung, Nachtmodus, 30-fach-Zoom (digital) und eine Ultraweitwinkel-Linse mit 120-Grad-Blickwinkel: Auch die Vierfach-Kamera glänzt – und das nicht nur auf dem Datenblatt: Im Vergleich von Computer Bild etwa landete die Hauptkamera auf Platz eins – keine Wettbewerber-Linse lieferte zum Testzeitpunkt eine vergleichbar gute Fotoqualität. Klasse auch der Akku des wasserfesten Smartphones, der bei intensiver Nutzung etwas mehr als acht Stunden durchhalten soll. Lediglich am fehlenden Klinkenstecker und der eher durchschnittlichen Selfie-Kamera störte sich die Redaktion. Testnote: 1,6 ("gut").

  • Betriebssystem: Android
  • Akkukapazität: 4510 mAh
  • 6,78-Zoll-Display
  • Hauptkamera mit 48 Megapixeln
  • Preis: circa 850 Euro (128 GB Gerätespeicher)

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Huawei P40 Lite 5G: Der günstige Einstieg ins Turbo-Netz

Huawei P40 Lite 5G
Mit 5G-Support, aber ohne Google-Apps: das Huawei P40 Lite 5G.
© Huawei

Die Technik des Huawei P40 Lite 5G kann sich sehen lassen: Der Achtkern-Prozessor beispielsweise sorgt im täglichen Gebrauch laut chip.de-Test für eine "flotte Performance", die Akkulaufzeit sei "hervorragend". Das Kamera-Quartett auf der Rückseite des Handys bietet zudem einen technischen Clou: Neben der starken 64-Megapixel-Hauptlinse, einer Ultraweitwinkel- und einer Bokeh-Kamera für Porträtaufnahmen mit toller Tiefenunschärfe besitzt das Smartphone eine Makro-Kamera: Die 2-Megapixel-Knipse ermöglicht Aufnahmedistanzen von rund vier Zentimetern – Schnappschüsse etwa von Insekten fallen teils spektakulär aus.

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Doch einen großen Haken hat das Handy: Aufgrund der Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA darf Huawei seine neuen Smartphones nicht mehr mit Google-Anwendungen ausliefern – es fehlt unter anderem der Google Play Store, über den sich Apps auf Android-Geräten installieren lassen. Huawei bietet einen eigenen App-Store an, dem allerdings viele Anwendungen fehlen. Einige davon lassen sich zwar von Drittanbieter-Websites laden, das birgt allerdings Sicherheitsrisiken. Wer damit leben kann, bekommt nicht nur ein ordentliches Smartphone, sondern schont auch seine Geldbörse: Günstiger bekommen Sie derzeit kein 5G-Handy* (Stand: 7. September 2020).

  • Betriebssystem: Android
  • Akkukapazität: 4000 mAh
  • 6,5-Zoll-Display
  • Hauptkamera mit 64 Megapixeln
  • Preis: circa 350 Euro (128 GB Gerätespeicher)

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