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24 Rehe qualvoll gestorben - wurde ihnen Kirschlorbeer zum Verhängnis?

Grünschnitt illegal im Wald entsorgt

24 Rehe qualvoll gestorben - wurde ihnen Kirschlorbeer zum Verhängnis?

Kirschlorbeer und vieles mehr, was im natürlichen Lebensbereich kaum vorkommt, ist giftig für Rehe. (Foto: Symbolbild)
Kirschlorbeer und vieles mehr, was im natürlichen Lebensbereich kaum vorkommt, ist giftig für Rehe. (Foto: Symbolbild)
Buzun Maksimilian, iStockphoto, iStock/Buzun Maksimilian

Viele Menschen laden ihre Grünabfälle einfach im Wald oder im Feld ab – obwohl das illegal ist. Was viele nicht wissen: In ihren Abfällen können sich Pflanzen befinden, die giftig sind . Für 24 Rehe im niedersächsischen Winsen hatte das jetzt tödliche Folgen. Das berichtet der Winsener Anzeiger.

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Kirschlorbeer stellt eine Gefahr für Wildtiere dar

Insgesamt 24 tote Rehe sind in den vergangenen Tagen im Landkreis Harburg nahe Hamburg entdeckt worden. Wie der Landkreis am Donnerstag mitteilte, geht man davon aus, dass sich die Tiere an Kirschlorbeer vergiftet haben. Die toten Rehe wurden demnach in der Winsener Marsch gefunden. "Kirschlorbeer ist giftig und stellt eine Gefahr für Wildtiere dar", sagte Thorsten Völker, Leiter der Abteilung Ordnung und Verbraucherschutz beim Landkreis. Zuletzt wurden demnach rund ein Dutzend Stellen entdeckt, an denen Grünschnitt von Kirschlorbeerhecken in der Natur entsorgt wurde.

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Jäger: „Derartiges habe ich bisher noch nicht erlebt“

Kirschlorbeer wächst gefühlt in jedem zweiten Garten.
Kirschlorbeer wächst gefühlt in jedem zweiten Garten.
Bildagentur-online/McPhoto-Müller, Bildagentur-online/McPhoto-Müller

Günther Härtel ist Jäger im Revier Tönnhausen bei Winsen und schildert dem Anzeiger die Situation: „Am Freitag, 4. Februar, haben wir bei normalen Revierarbeiten die ersten toten Tiere gefunden. Für uns was das ein echter Schock“, erinnert er sich. „Für uns war es wichtig, dass wir schnellstmöglich handeln, da wir wussten, dass der Kirschlorbeer hochgiftig für die Rehe ist.“ Nach Absuche des Reviers fand der Jagdpächter insgesamt zwölf Haufen mit illegalem Schnittgut, die für acht Tiere tödliche Auswirkungen hatte. Und es sollten nicht die einzigen Fälle bleiben.

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Der Landkreis handelte schnell: „Ich habe beim Landkreis Harburg angerufen und darum gebeten, dass diese Abfälle schnellstmöglich beseitigt werden müssen, da jede weitere Nacht für die Tiere tödlich sein kann“, erzählte Härtel weiter. „Ich bin seit Jahrzehnten in Revieren unterwegs, aber derartiges habe ich bisher noch nicht erlebt“, sagt der 70-Jährige. Der Landkreis appellierte an die Bürger, diesen Abfall nicht in der Natur zu entsorgen, sondern die Annahmestellen oder die Bio-Tonne zu nutzen. (dpa/ija)