Keramikstücke aus der Wikingerzeit

1500 Jahre alt: Archäologen graben gleich Siedlungen in Schleswig-Holstein aus

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Gleich zwei Siedlungen werden ausgegraben.
yen, dpa, Frank Molter

Experten des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein graben derzeit zwei Siedlungen aus verschiedenen Zeiten im Amt Süderbrarup (Kreis Schleswig-Flensburg) aus. Im Ortsteil Groß-Brebel der Gemeinde Süderbrarup wurden anhand von Pfostenverfärbungen im Erdreich Grundrisse von Langhäusern aufgedeckt, die aus der späten Römischen Kaiserzeit stammen, wie Grabungsleiter Rolf Schulze sagte.

Siedlung aus Wikingerzeiten mit mehreren Häusern

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Viele Fundstücke aus Wikingerzeiten wurden bereits ausgegraben.
yen, dpa, Frank Molter

Nur wenige Kilometer entfernt in Norderbrarup wird im Ortskern nahe der mehr als 800 Jahre alten Kirche eine wikingerzeitliche Siedlung ausgegraben. Die bisherigen Untersuchungen zeigen eine kleine Siedlung mit mindestens acht Grubenhäusern, die sich locker gestreut über den Fundplatz verteilen.

Ungewöhnlich viele Funde aus Metall

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Eine Fibel zum Schließen eines Gewandes wurde unter anderem schon gefunden.
yen, dpa, Frank Molter

Auch Teile von Haushaltskeramiken und ein Webstuhlgewicht wurden gefunden. Zudem wurde ein Urnengrab aus der gleichen Zeit mit einer Fibel (Gewandschließe) als Totenbeigabe entdeckt. Damit zählt die wikingerzeitliche Ansiedlung in Norderbrarup nach derzeitigen Kenntnissen zu den bedeutenderen bisher bekannten Siedlungen. Die Grubenhäuser wurden in der Regel für handwerkliche Tätigkeiten genutzt, insbesondere zur Textilherstellung durch Weberei, wie Grabungsleiter Andreas Selent sagte. Bisher konnten aus den Grubenhäusern ungewöhnlich viele Funde aus Metall und anderen Materialien geborgen werden.(dpa/kst)