Großalarm für den Rettungsdienst

13 Verletzte nach giftigem Gasaustritt in Rellingen

Ein Frontalblick auf einen Einsatzwagen der Feuerwehr. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa/Symbolbild
Ein Frontalblick auf einen Einsatzwagen der Feuerwehr. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa/Symbolbild
© deutsche presse agentur

28. September 2021 - 8:45 Uhr

Gasaustritt im Baumschulengebiet

Nach einem giftigen Gasaustritt in einem Baumschulengebiet in Rellingen (Kreis Pinneberg) sind am Montag 13 Menschen ins Krankenhaus gebracht worden. Sie klagten über schwere Atemwegsbeschwerden, nachdem es aus einem Kanalschacht unter dem Gebäude der Firma zu einem Austritt eines Phospor-Gasgemisches gekommen war. "Die Feuerwehr war mit Spezialkräften vor Ort um den Stoff zu identifizieren und die Gefahr zu beseitigen," heißt es in einer Mitteilung vom Kreisfeuerwehrverband Pinneberg.

Phospor-Gasgemisch löste starke Atemwegsbeschwerden aus

Gegen 13.50 Uhr hatten die Mitarbeiter den Notruf gewählt, nachdem ihnen unangenehmer Geruch aufgefallen war. Feuerwehr und Rettungsdienst rückten mit rund 40 Leuten an und konnten den Geruch offenbar schon außerhalb des Firmengebäudes wahrnehmen. Unter Atemschutz öffneten die Einsatzkräfte einen auffälligen Schacht: Sie fanden darin mehrere Tabletten, die vermutlich ausgasten. Bei den Tabletten handelte es sich um Schädlingsbekämpfungsmittel, die nach dem Kontakt mit Wasser giftiges Monophosphan frei setzten. Monophosphan ist ein äußerst giftiges Gas, welches unter anderem zu schweren Atemwegserkrankungen führen kann. "Wir ermitteln jetzt wegen einer möglicherweise fahrlässiger Gewässerverunreinigung und wegen fahrlässiger Körperverletzung," so Lars Brockmann von der Polizeidirektion Bad Segeberg am Dienstagmorgen gegenüber RTL Nord.

Großalarm für den Rettungsdienst

Aufgrund der großen Anzahl an Betroffenen wurde für den Rettungsdienst Großalarm ausgelöst. Rettungswagen aus mehreren Landkreisen rückten an, um die Mitarbeiter zu versorgen und in umliegende Kliniken einzuliefern. Auch ein Großraum-Rettungswagen der Berufsfeuerwehr Hamburg kam zum Einsatz. Der Schacht wurde gespült und das Gas kontrolliert freigesetzt. Der Einsatz dauerte vor Ort mehr als dreieinhalb Stunden an. (dpa/kst)