Wiederaufbau des Gasthofs in Dernau stockt

100 Tage nach der Flut: Wirt Peter Schnitzler wartet immer noch auf Hilfszahlungen

22. Oktober 2021 - 20:48 Uhr

Opfer der Flutkatastrophe warten auf Hilfszahlungen

Im Juli sorgte Tief "Bernd" im Südwesten Deutschlands für eine der schlimmsten Flutkatastrophen in der Geschichte des Landes. Ganze Dörfer wurden zerstört. Auch in Dernau an der Ahr kann Gastwirt Peter Schnitzler noch immer nicht mit dem Wiederaufbau seines Gasthofs beginnen. Exakt 100 Tage nach der Flut wartet er wie viele Opfer nach wie vor auf Hilfszahlungen. Darum wird Schnitzler nun kreativ. Wie es ihm und anderen Flutopfern heute geht – in unserem Video.

Schnitzler: "Es tut immer noch weh"

Als die Fluten im Sommer über Dernau an der Ahr hereinbrachen, hinterließen sie eine Schneise der Zerstörung. Darunter auch der auch der "Kölner Hof", Schnitzlers Restaurant in dem Ort. Übrig blieb von dem Restaurant einzig der Rohbau.

"Es tut immer noch weh. Es ist immer noch alles unwirklich", zeigt sich Schnitzler traurig. "Das sind Sachen, die kannst du einfach nicht beschreiben."

Erst ein Bruchteil der Hilfszahlungen ausgezahlt

Schnitzler will seine Gaststätte schnellstmöglich wieder aufbauen – das ist allerdings leichter gesagt als getan. Ihm fehlt das Geld: "Ein finanzielles Gerüst muss ja auch irgendwie stehen, damit wir etwas machen können", sagt der Dernauer. "Da wissen wir auch noch nicht hundertprozentig, was wir da kriegen oder kriegen sollen. Das hängt alles noch ein bisschen in der Luft."

Die Auszahlung der Hilfszahlungen an die Opfer der Katastrophe stockt. In Rheinland-Pfalz wurden bislang nur 133,7 Millionen der bewilligten 800 Millionen Euro ausgezahlt – gerade mal ein Sechstel.

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„Wir kriegen das hin, dass wir wieder einen schönen Ort haben“

"Wir müssen abwarten. Und der Winter steht vor der Tür", schildert Schnitzler seine missliche Lage. Unterkriegen lassen möchte sich der gelernte Koch davon allerdings auf keinen Fall. In einem Zelt eröffnete er den "Kölner Hof" nun provisorisch. Zwei Jahre lang soll die Gaststätte so behelfsmäßig geführt werden.

"Wir kriegen das hin, dass wir wieder einen schönen Ort haben", gibt sich Schnitzler optimistisch. Er glaubt fest an ein Dernau, "wo man wandern kann, in den Urlaub fahren kann, lecker Weinchen trinken". (jda)