10.000 m² Schutz für Metal-FansWacken reagiert auf Matsch-Debakel – So schützen sie das Gelände!

Das legendäre Wacken-Festival hatte im vergangenen Jahr nicht zum ersten Mal mit widrigen Witterungsverhältnissen zu kämpfen. Doch selten zuvor war es derart im Matsch versunken. Damit das nicht wieder passiert, investieren die Macher nun mehr als 500.000 Euro.
Aus dem Matsch-Festival 2025 ziehen die Veranstalter des Heavy-Metal-Festivals im schleswig-holsteinischen Wacken Konsequenzen. „Es wird in diesem Sommer eine große Holy-Ground-Protection geben“, sagte Festivalgründer Thomas Jensen. Die Veranstalter wollen 10.000 Quadratmeter vor den beiden Hauptbühnen temporär mit Platten abdecken - entweder aus Kunststoff oder aus Holz. Das macht laut Veranstaltern etwa ein Sechstel der Fläche vor den Hauptbühnen aus.
Wacken werde aber ein Open-Air-Festival bleiben, sagte Jensen. „Das Areal bietet festen Grund für nahezu ein Viertel der erwarteten mehr als 80.000 Fans.“ Geplant seien Investitionen in das Gelände in Höhe von mehr als 500.000 Euro. Das sei eine Lehre aus dem vergangenen Sommer, als Fans nach tagelangem Dauerregen „teilweise bis zum Knie im Schlamm versunken sind. Wir wollen den Holy Ground schützen und auch dafür sorgen, dass die Metalfans bei Regen nicht wieder im Matsch versinken.“
Das vergangene Festival hatte den Metalheads - wie sich die Fans nennen - einiges abverlangt: Trotz reichlich Matsch und Schlamm nach bis zu 39,3 Litern Regen pro Quadratmeter am ersten Festivaltag feierten sie eine Party getreu dem Motto „Rain or shine“ („Regen oder Sonnenschein“).
„Wir haben auf die Community gehört und mit unserem Team das Feedback ausgewertet“, sagte Jensen. Neben der Befestigung im Infield, wie der Bereich vor den Hauptbühnen genannt wird, wollen die Veranstalter auch Wege auf dem großen Gelände befestigen. „Unser Versprechen ist, 80 Prozent der Hauptadern von den Campingplätzen bis zur Wacken Plaza vor dem Infield zu befestigen.“ Neben Platten, Schotter und klassischen Hackschnitzeln teste man Hanfschäben als Maßnahme, das holzige Innere von Hanfstängeln. „Nach dem Motto: Smoke the mud away“ („Rauch den Matsch weg“).
Das Wacken Open Air hat nach Angaben der Veranstalter insgesamt etwa 13,5 Kilometer befestigte Wege für Besucher und Besucherinnen, die vom Vorplatz des Infields (Wacken Plaza) zu den verschiedenen Campingflächen führen. Davon werden bei der 35. Ausgabe im Sommer etwa 6,7 Kilometer temporär befestigt sein - das wären 3,7 Kilometer mehr als im vergangenen Jahr. Des Weiteren ist noch ein neuer geschotterter Rettungsweg von gut 800 Metern Länge in Planung.
„Im vergangenen Jahr waren aufgrund des Matsches viele Fans bereits kaputt, sobald sie vor den Bühnen ankamen“, sagte Jensen. „Das soll nicht wieder passieren.“ Zusätzlich seien verschiedenfarbige Lichterketten geplant auf den Hauptwegen. „Etwa jede fünfte Birne bekommt eine andere Farbe, um die Orientierung zu verbessern, falls Fans beeinträchtigende Getränke zu sich genommen haben.“
Zudem wollen die Veranstalter die Situation für Menschen im Rollstuhl verbessern. „Wir wollen im Inklusionsbereich viermal so viel Boden- und Wegbefestigungen ausbringen als in den Vorjahren“, sagte Jensen. „Der Wheels-of-steel-Bereich wird auf 3500 Quadratmeter erhöht.“ Das ist der inklusive Campingbereich des Festivals.
Das Wacken Open Air (W:O:A) vom 29. Juli bis 1. August ist eines der größten Heavy-Metal-Festivals weltweit. Für diesen Sommer haben unter anderem die Bands Judas Priest, Def Leppard, Powerwolf, Hämatom, In Flames und Saxon sowie Heavysaurus, Uli Jon Roth, Arch Enemy, Yngwie Malmsteen und Rose Tattoo zugesagt. Zu dem Festival in Wacken mit seinen insgesamt acht Bühnen werden wieder rund 85.000 Fans erwartet.
Verwendete Quellen: vpr/dpa


