Dank DianaSo wurde die Met Gala vom Dinner zum Mega-Event

NEW YORK, NY - JANUARY 01: Princess Diana attends Met Gala at Metropolitan Museum of Art on January 1, 1995 in New York City. (Photo by Patrick McMullan/Patrick McMullan via Getty Images)
Eine Stilikone: Die verstorbene Prinzessin Diana bei der Met Gala 1996.
Patrick McMullan via Getty Image

Heute Nacht steigt wieder die Met Gala - das größte Mode-Event der Welt. Doch hinter dem Glamour steckt auch eine überraschend persönliche Geschichte: Eine verpasste Chance mit Prinzessin Diana wurde für Anna Wintour zum Antrieb.

In der Nacht zum Dienstag verwandelt sich das Metropolitan Museum of Art wieder in die wohl berühmteste Treppe der Modewelt: Die Met Gala steht an - ein Event, das längst weit über ein exklusives Dinner hinausgeht. Was heute wie ein perfekt inszeniertes Spektakel wirkt, begann einst deutlich bescheidener.

Als Anna Wintour 1995 die Kontrolle über den damaligen Costume Institute Ball übernahm, war die Veranstaltung vor allem ein Pflichttermin für die New Yorker High Society. Wintour erkannte jedoch früh, welches Potenzial darin steckte, und formte daraus Schritt für Schritt ein globales Medienereignis.

Ihr Ansatz war klar: Mode sollte nicht nur präsentiert, sondern inszeniert werden. Statt reiner Wohltätigkeitsveranstaltung setzte sie auf große Namen, klare Themen und Bilder, die um die Welt gehen. So entwickelte sich die Met Gala zur Schnittstelle von Mode, Kunst und Popkultur - und zur wichtigsten Bühne für Designer weltweit.

Hinter diesem Erfolg steckt jedoch auch eine persönliche Geschichte. Wie eine frühere „Vogue“-Mitarbeiterin der „Times“ berichtete, spielte die Konkurrenz zwischen Wintour und Elizabeth Tilberis, der damaligen Chefredakteurin von „Harper’s Bazaar“, eine entscheidende Rolle. Beide kämpften darum, ihre Magazine zur führenden Stimme der Mode zu machen.

Der entscheidende Moment kam 1996: Tilberis gelang es, Prinzessin Diana zur Met Gala zu holen - ein Coup, der Wintour persönlich traf. Als Diana im Dezember jenes Jahres die Stufen hinaufstieg, war sie längst eine globale Stil-Ikone. Ihr Auftritt in einem nachtblauen Kleid von John Galliano für Dior galt als gewagt und sorgte weltweit für Aufmerksamkeit.

Für Wintour blieb dieser Abend offenbar ein Wendepunkt. Laut Berichten empfand sie ihn als verpasste Chance - eine, die sich nie wiederholen sollte. Nur wenige Monate später starb Diana. Die Idee, ein Event zu schaffen, das „einer Prinzessin würdig“ gewesen wäre, wurde danach zum Antrieb hinter Wintours Vision.

Heute, drei Jahrzehnte später, ist genau das Realität geworden. Die Met Gala lebt von spektakulären Outfits, großen Auftritten und viralen Momenten, die innerhalb von Sekunden um die Welt gehen.

In diesem Jahr wird das Event unter anderem von Jeff Bezos unterstützt - ein weiterer Beleg dafür, wie groß die Bühne inzwischen geworden ist. Gegen den Tech-Milliardär regte sich zuletzt auch Widerstand. Anfang April tauchte in New York eine Plakatkampagne auf, die zum Boykott der „Bezos Met Gala“ aufrief. Hinter den Plakaten soll eine Gruppe Bezos-kritischer Aktivisten stehen. Auf den Plakaten ist von Arbeiterausbeutung in den Lagerhäusern von Amazon die Rede. Außerdem wird auf die Berichterstattung verwiesen, wonach der Tech-Konzern das US-Heimatschutzministerium bei Abschiebewellen unterstütze.

Bleibt die Frage, ob die diesjährige Met Gala noch dem Anspruch gerecht wird, den Wintour einst verfolgte - ein Abend, der „einer Prinzessin würdig“ ist.

Verwendete Quellen: lpe/spot