Kampf gegen die EssstörungMemoiren enthüllen: Rolle der „Kelly Bundy” machte Christina Applegate krank

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Litt früher an Magersucht und einer Körperdysmorphen Störung: Christina Applgate.
picture alliance / Al Seib/Invision/AP

Seit Jahren kämpft Christina Applegate mit ihrer Multiple-Sklerose-Erkrankung. Doch schon in jungen Jahren hatte die heute 54-Jährige gesundheitliche Probleme. Sie litt an Magersucht, die durch ihre Rolle als Kelly Bundy noch verstärkt wurde.

Christina Applegate litt schon vor „Eine schrecklich nette Familie“ an Magersucht und einer Körperdysmorphen Störung - doch ihre Rolle in der Kultserie verstärkte ihre Probleme. Dies verrät die Schauspielerin in ihren Memoiren „You With the Sad Eyes“, die gerade auf Englisch erschienen sind. Von 1987 bis 1997 verkörperte sie in der Sitcom die junge „Dumpfbacke“ Kelly Bundy.

„Mit dieser Figur habe ich mich in eine Sackgasse manövriert, weil ich dünn sein musste“, schreibt Christina Applegate in ihrem Buch. Sie hatte eine genaue Vorstellung, was Kelly Bundy tragen solle: „Kleidung, bei der man sehen konnte, wenn man auch nur eine einzige Traube gegessen hatte“. Dies habe dazu geführt, dass Applegate sich in ihre „Essstörung noch tiefer hineingesteigert“ hat.

Wenn sie etwas so „unglaublich Großes wie einen Bagel“ essen wollte, höhlte sie ihn erst aus und aß dann nur die Hälfte. „Oder die Hälfte der Hälfte“. Dies sei dann die einzige Nahrungsaufnahme des Tages gewesen. Manchmal habe sie sich selbst bestraft, indem sie gar nichts aß.

Während ihrer Zeit bei „Eine schrecklich nette Familie“ hatte sie Kleidergröße 0, erinnert sich Christina Applegate in ihrem Buch. Die Kostümbildner mussten ihre Kleider angeblich enger machen.

„Ich habe so hart an meinem Körper gearbeitet, aber ich war nie zufrieden“, so Applegate in ihrem Buch „You With the Sad Eyes“. „Es gab Tage, an denen ich zum Spinning ging, dann mit meinem Trainer trainierte und anschließend noch zweieinhalb Stunden lang zum Tanzkurs ging. Ich jagte immer dem Unerreichbaren hinterher und misshandelte meinen Körper im Streben nach Perfektion, das genauso schädlich war wie jede Sucht“.

Wenn Christina Applegate heute an ihre Zeit als Kelly Bundy denkt „schämt“ sie sich. Sie erinnert sich an einen Auftritt in einer Folge, in der sie ein enges Top unter einer Lederjacke trägt. Bevor sie etwas sagen konnte, musste sie erstmal fünf Sekunden pausieren, während die männlichen Zuschauer lüstern jubelten.

„Die Serie war in der Tat vulgär und anzüglich“, schreibt Applegate. Heute hätte sie keine Chance mehr, produziert zu werden. Und das ist laut der Schauspielerin auch gut so. Denn: „Es ist schon schwer genug für junge Frauen, in einer Welt zu bestehen, in der es nur um das Äußere geht“.

Verwendete Quellen: nan/spot