Russland und Belarus dabeiRückkehr überschattet Eröffnungsfeier der Paralympics

Milano Cortina 2026 Paralympics - Opening Ceremony - Arena di Verona, Verona, Italy - March 06, 2026. Athletes of Russia in the athletes parade during the Opening Ceremony REUTERS/Matteo Ciambelli
Die russischen Sportler sind zurück auf der Weltbühne.
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Videos statt Fahnenträger, Boykott aus Protest gegen die Rückkehr von belarussischen und russischen Athleten: Die Eröffnungsfeier der Paralympics in Verona wird von politischen Debatten überschattet.

Die 14. Paralympischen Winterspiele in Italien sind mit der Eröffnungsfeier offiziell gestartet. Zwölf Tage nach dem Schlussakt der Olympischen Winterspiele am selben Ort liefen im römischen Amphitheater von Verona 28 der 55 teilnehmenden Nationen mit Sportlerinnen und Sportlern mit Handicap ein - darunter auch Russland und Belarus.

Beim wenig stimmungsvollen Einzug der Nationen fungierten keine Athleten als Fahnenträger. Stattdessen wurden Videos - darunter auch eines des deutschen Teams, für das Anna-Lena Forster und Jörg Wedde als Fahnenträger nominiert waren - auf einer Leinwand gezeigt, während Freiwillige alle 55 Fahnen vor Ort eintrugen. Das Internationale Paralympics Komitee (IPC) hatte dies mit den weiten Wegen zwischen Verona und den Wettkampforten begründet, die eine Teilnahme der Teams erschwert hätten.

Aus Platzgründen konnten ohnehin nur jeweils zwei Athleten und Offizielle pro Nation an der Feier teilnehmen. Mehrere Länder boykottierten die Zeremonie als Protest gegen die Zulassung russischer und belarussischer Sportler unter eigener Flagge und Hymne aber komplett. Dem IPC seien mit Tschechien, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen und der Ukraine sieben Komitees bekannt, die aus politischen Gründen fernbleiben, hatte ein Sprecher zuvor gesagt.

Kanada, Großbritannien, Deutschland und Frankreich verzichteten laut IPC hingegen aus sportlichen Gründen auf eine Teilnahme und würden die Zeremonie nicht boykottieren. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hatte am Dienstag erklärt, sich nicht an der Athletenparade zu beteiligen und dies mit der Konzentration auf die bevorstehenden Wettkämpfe sowie der solidarischen Haltung gegenüber der ukrainischen Delegation begründet.

Man habe die Entscheidung, die nicht leicht gefallen sei, in engem Dialog mit dem Team getroffen haben, sagte der neue DBS-Vorstandsvorsitzende Idriss Gonschinska. Der DBS ist mit 40 Aktiven und acht Guides und damit dem zweitgrößten deutschen Aufgebot in der Geschichte der Winter-Paralympics dabei. Nur beim Curling sind keine Sportler aus dem Team D am Start.

Beim 50. Jubiläum der Winterspiele starten in den kommenden neun Tagen 611 Aktive aus 55 Ländern in sechs Para-Sportarten. Im Gegensatz zur vorherigen Ankündigung fehlt der Iran. Die sichere Anreise des nordischen Skisportlers Aboulfazl Khatibi Mianaei als einzigem Starter habe nicht gewährleistet werden können, teilte das IPC wenige Stunden vor der Eröffnung mit.

Die alpinen Athletinnen und Athleten von Team Deutschland verfolgten die Eröffnungsfeier gut gelaunt gemeinsam im Deutschen Haus in Cortina. Anna-Lena Forster wie auch ihre alpinen Mitstreiter schwenkten vor dem Fernseher kleine Fähnchen und jubelten, als die deutsche Flagge in die Arena getragen wurde. Auch bei den nordischen Sportlerinnen und Sportlern im paralympischen Dorf in Predazzo war ein gemeinsames Public Viewing geplant. Der DBS habe auf dem Stockwerk des Teams extra eine Lounge mit Fernseher eingerichtet, berichtete Langläufer und Biathlet Marco Maier.

Verwendete Quellen: tno/dpa