Afrika CupNach Titel-Aberkennung: Senegals Pokal-Parade in Paris

Senegalesische Spieler feiern mit der Afrika-Cup-Trophäe vor dem Spiel.
Senegalesische Spieler feiern mit der Afrika-Cup-Trophäe vor dem Spiel.
Aurelien Morissard/AP/dpa

Nach dem chaotischen Afrika-Cup-Finale gegen Marokko wird Senegal der Titel aberkannt. Doch der Verband kämpft dagegen juristisch - und das Team setzt nun ein bizarres Zeichen.

Nach der Aberkennung des Titels beim Afrika Cup hat die Fußball-Nationalmannschaft Senegals ein aufsehenerregendes Zeichen der Unbeugsamkeit gesetzt. Die Spieler um Bayern-Profi Nicolas Jackson trugen den Pokal für den Sieger des Kontinental-Wettbewerbs auf einer Art Ehrenrunde im Stade de France, wo das Testspiel gegen Peru ausgetragen wurde, und ließen sich von den Fans feiern. Auch auf der Tribüne und im Kabinengang präsentierten die Senegalesen die Trophäe mit ausgelassener Freude.

Das Spiel gewann WM-Starter Senegal auch ohne Offensivstar Sadio Mané mit 2:0 (1:0), Jackson (41. Minute) erzielte die Führung. Doch die Aktion vor dem Anpfiff hatte deutlich mehr Gesprächswert. Der Fernsehsender ESPN postete auf der Plattform X Bilder davon und kommentierte dazu: „Senegal erinnert vor dem Freundschaftsspiel die Welt daran, wer den Afrika Cup wirklich gewonnen hat.“

Die Aktion ist vor allem für den afrikanischen Fußball-Verbandes Caf ein Affront. Das Berufungsgericht des Caf hatte zwei Monate nach dem von Tumulten geprägten Endspiel dem Einspruch von Marokko stattgegeben und das Match, das der Senegal sportlich mit 1:0 nach Verlängerung gewonnen hatte, mit 3:0 für den Gastgeber gewertet.

Der Fall liegt nun beim Cas

Daraufhin hatte es zahlreiche Kritik aus der Fußball-Welt gegeben. Der senegalesische Fußball-Verband legte Berufung vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas ein. Diese zielt darauf ab, die Caf-Entscheidung aufzuheben und Senegal wieder zum Sieger des Afrika Cups zu erklären.

Das Caf-Gericht hatte seine Entscheidung damit begründet, dass das senegalesische Team durch das Verlassen des Platzes aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung gegen Ende der regulären Spielzeit die Partie aufgegeben habe. In erster Instanz war Senegals Verband nur zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Was war überhaupt passiert?

Das Finale des Afrika Cups am 18. Januar war infolge fragwürdiger Schiedsrichterentscheidungen komplett aus dem Ruder gelaufen. Nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff zugunsten Marokkos in der Nachspielzeit hatte Senegals Mannschaft im Januar fast geschlossen den Platz verlassen. Ex-Bayern-Profi Sadio Mané holte seine Kollegen auf das Feld zurück.

Brahim Díaz verschoss danach den Elfmeter für Marokko kläglich, in der Verlängerung erzielte Pape Gueye das Siegtor für den Senegal. Die Marokkaner legten anschließend Einspruch ein, dem in zweiter Instanz stattgegeben wurde.

Danach hatte der Senegal angekündigt, er werde „alle geeigneten Rechtsmittel ausschöpfen, einschließlich vor den zuständigen internationalen Gerichtsinstanzen“, damit der Vorrang des sportlichen Ergebnisses wiederhergestellt werde.