1. FC Köln im AbstiegskampfKwasniok unter Druck: Vergleich mit Helmut Kohl

FC-Coach Lukas Kwasniok ist unter Druck geraten (Archivbild)
FC-Coach Lukas Kwasniok ist unter Druck geraten (Archivbild)
Federico Gambarini/dpa

Die Saisonstart-Euphorie ist längst weg. Der 1. FC Köln steckt im Abstiegskampf und Trainer Kwasniok steht unter Druck. Der extrovertierte Coach vergleicht seine Situation mit der des Ex-Kanzlers.

Zur Veranschaulichung seiner Situation wählt der Trainer des wieder stark abstiegsbedrohten 1. FC Köln einen schräg anmutenden Vergleich. Vor dem auch für ihn extrem wichtigen Spiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) gegen Borussia Dortmund zog Lukas Kwasniok einen Vergleich mit dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl. „Ich bin wie so ein Hahn auf dem Kirchturm“, befand Kwasniok. „Das hat, glaube ich, Helmut Kohl mal gesagt.“

Nun, der frühere Langzeit-Bundeskanzler meinte damit einst, „wer an der Spitze der Politik steht, ist wie der Hahn auf dem Kirchturm“. Davon ist Kwasniok selbst beim stets aufgeregten und emotionalen FC weit entfernt. Dennoch empfindet der 44-Jährige offenbar, gerade viel aushalten zu müssen.

Große Aufregung am Geißbockheim: Punkte müssen her

Nach zuletzt vier sieglosen Spielen am Stück ist die Aufregung rund ums Geißbockheim gerade mal wieder groß. Die Angst geht um. Der FC steht nur noch zwei Punkte über dem Relegationsrang 16. Die anfängliche Euphorie um Kwasniok nach dem guten Saisonstart ist längst futsch.

Nach dem enttäuschenden 0:2 gegen den FC Augsburg am vergangenen Wochenende soll es ordentlich gescheppert haben. Anfang der Woche beobachteten die FC-Bosse aus Präsidium und Geschäftsführung die von Kwasniok geleitete Übungseinheit genau. Der Kölner Coach reagiert darauf äußerlich gelassen. „Wenn du längere Zeit keine Spiele gewinnst, kommen andere Themen auf. Das ist nichts Außergewöhnliches“, sagte er.

Offiziell gibt es Rückendeckung für ihn. Noch. „Lukas Kwasniok kennt Drucksituationen und hat in seiner Laufbahn mehrfach bewiesen, dass er Mannschaften stabilisieren und entwickeln kann“, sagte Vize-Präsident Ulf Sobek nach dem Augsburg-Spiel der „Bild“. Das Spiel gegen den Tabellenzweiten am Samstag ist kein Endspiel für Kwasniok.

Gleichwohl soll es eine interne Ansage gegeben haben, dass aus den drei bis zur Länderspielpause anstehenden Partien gegen den BVB und die direkten Konkurrenten Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach gepunktet werden müsse. „Wir reden nichts schön, weil am Ende Ergebnisse zählen. Entsprechend konsequent analysieren wir unsere Spiele und leiten daraus unsere Entscheidungen ab“, sagte Sportchef Thomas Kessler dem „Kicker“.

Kwasniok würde freiwillig gehen

Kwasniok dementiert ein Ultimatum. „Wir haben noch nie über die nächsten drei Spiele gesprochen. Wir sprechen immer nur über das nächste“, sagte der selbstbewusste Coach, für den der FC die erste Bundesliga-Station seiner Karriere ist. Bei anhaltendem Misserfolg vor allem beim HSV und im Derby gegen Gladbach dürfte die aber beendet sein. Das weiß auch Kwasniok. Er deutete gar an, dann auch freiwillig gehen zu wollen: „Ich weiß schon, wo die Büros der Verantwortlichen sind.“

Noch aber hat er die Überzeugung, selbst gegen den BVB gewinnen zu können. „Wir können das“, meinte Kwasniok und bemühte wieder ein Bild, um zu überzeugen: „Wir haben halt diese Saison noch kein Samstagabendspiel gewonnen. Dann wird es halt mal Zeit. Im Leben ist irgendwann immer das erste Mal. Irgendwann sprichst du das erste Wort. Irgendwann fährst du das erste Mal mit dem Fahrrad zur Schule.“