FußballFIFA ermittelt nach antimuslimischen Gesängen in Barcelona

Nach antimuslimischen Gesängen beim Länderspiel zwischen Spanien und Ägypten in Barcelona leitet die FIFA ein Verfahren gegen den spanischen Verband ein. Es drohen eine Geldstrafe und Stadionsperren.
Der Fußball-Weltverband FIFA hat Medienberichten zufolge ein Disziplinarverfahren gegen den spanischen Verband RFEF nach antimuslimischen Gesängen von Anhängern der Nationalmannschaft während des Länderspiels gegen Ägypten eingeleitet. Das berichtete die US-Nachrichtenagentur Associated Press unter Berufung auf eine Erklärung der FIFA. Mögliche Sanktionen sind eine Geldstrafe und ein Zuschauerausschluss.
Die Gesänge bei der Partie (0:0) in Barcelona in der vergangenen Woche wurden anschließend unter anderem von Starspieler Lamine Yamal verurteilt, der selbst Muslim ist. Auch wenn sich die Gesänge nicht gegen ihn gerichtet hätten, empfinde er sie als Muslim dennoch als „respektlos und inakzeptabel“, hatte der 18 Jahre alte Profi des FC Barcelona auf Instagram geschrieben.
Auch der spanische Nationaltrainer Luis de la Fuente verurteilte die Vorfälle im Stadion des RCD Espanyol mit deutlichen Worten und sprach von „totaler und absoluter Abscheu“.
Wiederholt rassistische und antimuslimische Parolen
Etwa ab der 20. Spielminute skandierten Teile der Fans - insbesondere aus einem Bereich hinter einem Tor - wiederholt rassistische, antimuslimische Parolen. Zudem war bereits vor dem Anpfiff die ägyptische Nationalhymne von Teilen des Publikums ausgebuht worden. Auch Beleidigungen gegen den spanischen Ministerpräsidenten, den linksgerichteten Politiker Pedro Sánchez, waren vereinzelt zu hören.
Nach Angaben des US-Fernsehsenders ESPN wertete die FIFA anschließend Videoaufnahmen des Spiels aus und prüfte Berichte des Schiedsrichters, des Spielbeobachters sowie des Sicherheitsteams.
