Europa LeagueEnde eines Abenteuers: Was der VfB aus dem Aus lernen sollte

Nach dem Europa-League-Aus in Porto steht für den VfB Stuttgart die Aufarbeitung an. Worauf es jetzt ankommt, damit der Traum von Europa in der Liga weiterlebt.
Niedergeschlagen stiegen Deniz Undav und seine Teamkollegen nach dem bitteren Ende der Europapokal-Reise in den Bus des VfB Stuttgart - begleitet von anerkennenden Worten ihres Sportvorstands. „Der Mannschaft kann man überhaupt nichts vorwerfen. Wir haben alles versucht“, sagte Fabian Wohlgemuth nach dem 0:2 (0:1) im Achtelfinale der Europa League beim FC Porto. Schon das Hinspiel hatten die Schwaben aufgrund fehlender Cleverness und mangelnder Effizienz 1:2 verloren.
Das insgesamt verdiente Aus darf nicht lange nachwirken, zu wichtig sind die kommenden Aufgaben. Schon am Sonntag (19.30 Uhr/DAZN) geht es für den VfB beim FC Augsburg in der Fußball-Bundesliga wieder darum, die Chance aufs internationale Geschäft zu wahren - sogar die Rückkehr in die Champions League nach 2024/25 ist realistisch. Die Fans träumen schon von Wiedersehen mit Real Madrid, Paris Saint-Germain und anderen Kalibern dieser Güteklasse.
Trauer und Enttäuschung
„Wir haben noch zwei Wettbewerbe, in denen es für uns um etwas geht“, sagte Nationalspieler Undav bei RTL auch hinsichtlich des Halbfinals im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg, der im Gegensatz zum VfB das Europa-League-Viertelfinale erreicht hat. Jetzt dürfe die Mannschaft aber erst einmal enttäuscht sein, meinte der in Porto glücklose Torjäger. Auch sein Sturmpartner Ermedin Demirovic verspürte nach eigenen Angaben „Leere“ und „Frust“.
Diese Emotionen wollen die VfB-Profis nun in positive Kraft umwandeln und den Blick nach vorn richten. „Wir müssen schnell umswitchen und einen konstruktiven Ansatz finden“, sagte Wohlgemuth.
Die Spiele gegen Porto haben indes gezeigt, woran es bei den Schwaben noch hakt - vor allem an Effizienz und Abgezocktheit. Jene „Drecksack“-Einstellung, mit der Abwehr-Routinier Thiago Silva und seine Nebenleute agierten, „sollten und müssen wir lernen“, sagte Demirovic. „Man sieht auf diesem Niveau, was diese Mentalität bringen kann. Davon können wir uns eine Scheibe abschneiden.“
Mit der Fan-Unterstützung in die nächsten Prüfungen
Trotz des verpassten Weiterkommens wurden der 27-Jährige und seine Mitspieler nach Abpfiff minutenlang von den mehreren tausend Anhängern gefeiert. Allein dieser Rückhalt könnte zusätzliche Motivation für weitere internationale Auftritte liefern. „Wir merken in jeder Sekunde, die wir im Verein sind, dass die Fans uns unterstützen. Natürlich ist da noch viel zu holen in dieser Saison.“
Vor heimischer Kulisse geht es für den Titelverteidiger im DFB-Pokal am 23. April gegen Freiburg um die erneute Teilnahme am Endspiel im Berliner Olympiastadion. In der Liga stehen inklusive der Begegnung in Augsburg noch acht Spiele an.
Sprachloser Hoeneß
Auch Trainer Sebastian Hoeneß tat sich nach dem aufopferungsvollen Auftritt schwer mit Kritik. „Ich bin ein bisschen sprachlos, weil ich habe nicht so viel, was ich anmahnen könnte“, meinte er. „Die Jungs haben ihr Herz in die Hand genommen.“
Dies allein genügte nicht, der Chancenwucher der ersten Halbzeit sollte sich rächen. Denn Porto-Keeper Diogo Costa war an diesem Abend nicht zu bezwingen. „Er war sicher der MVP der beiden Spiele“, sagte Undav, der gleich mehrfach scheiterte.
So verpasste Stuttgart trotz großen Einsatzes die Belohnung - und muss seine europäischen Ambitionen nun über die Bundesliga und den DFB-Pokal neu definieren. „Es gibt noch einiges, wofür es sich lohnt, zu fighten. Das werden wir dann auch tun, wenn wir die Enttäuschung verarbeitet haben“, versprach Hoeneß.
