FußballDas sagt der DFB-Chef zu Infantinos Kandidatur

Gianni Infantino will weitere vier Jahre FIFA-Chef bleiben. Bei der letzten Kür war der DFB gegen ihn. Wie verhält sich der deutsche Fußball diesmal?
DFB-Präsident Bernd Neuendorf hat ein sofortiges Wahlversprechen an FIFA-Chef Gianni Infantino vermieden. „Die Bewertung einer Kandidatur ist nicht meine alleinige Entscheidung, sondern obliegt unseren Gremien. Daher werden wir uns innerhalb des DFB und gemeinsam mit der DFL mit der Kandidatur beschäftigen und nach dem Ende der Bewerbungsfrist eine Entscheidung treffen“, sagte der deutsche Verbandschef nach dem Kongress des Fußball-Weltverbands.
Infantino hatte zum Abschluss der Veranstaltung in Vancouver angekündigt, im kommenden Jahr zum vierten Mal um den Posten als FIFA-Präsident zu kandidieren. „Die Bewerbung von Gianni Infantino um eine weitere Amtszeit als FIFA-Präsident kommt nicht überraschend. Dieses Amt ist mit einer großen Verantwortung verbunden“, sagte Neuendorf.
„Ich will bestätigen, dass ich im kommenden Jahr Kandidat für die Wahl des FIFA-Präsidenten sein werde“, sagte der 56-Jahre alte Infantino an die Vertreter der Mitgliedsverbände gerichtet. Infantino war 2016 auf Joseph Blatter gefolgt und zweimal jeweils ohne Gegenkandidaten im Amt bestätigt worden. Laut Statuten wäre eine erneute Amtszeit bis 2031 seine letzte als FIFA-Chef.
Keine Stimme bei Wahl 2023
Der Deutsche Fußball-Bund hatte Infantino bei dessen letzter Wiederwahl 2023 in Ruandas Hauptstadt Kigali die direkte Unterstützung bei der per Akklamation erfolgten Bestätigung im Amt versagt. Mittlerweile ist das Verhältnis wieder normalisiert, wie der Verband und Infantino selbst versicherten.
Beim Festakt zum 125. DFB-Geburtstag im Januar 2025 hatte der Schweizer in Leipzig eine freundliche und mit viel Applaus bedachte Rede gehalten. Ein erneutes deutsches Votum gegen Infantino ist daher nicht zu erwarten.
Bislang ist Infantino noch ohne Gegenkandidaten. Eine Opposition ist in der Fußballwelt derzeit nicht in Sicht. Vor drei Wochen hatte sich das Council des südamerikanischen Kontinentalverbands Conmebol einstimmig für eine Wiederwahl Infantinos ausgesprochen. Die afrikanischen und asiatischen Verbände kündigten kurz vor dem Kongress ihre uneingeschränkte Unterstützung an. Damit hätte Infantino bereits jetzt die erforderliche Mehrheit für eine Wiederwahl.
Wegen des Umgangs Infantinos mit Donald Trump und der Nähe zum US-Präsidenten gab es zuletzt es nur noch vereinzelte kritische Stimmen. Der FIFA-Chef hatte Trump im vergangenen Dezember bei der Auslosung der WM in den USA, Kanada und Mexiko einen neu geschaffenen Friedenspreis des Weltverbands verliehen.
Entscheidung 2027 in Marokko
Am Dienstag hatte das FIFA-Council den offiziellen Zeitplan für die nächste Präsidentenkür beschlossen. Die Wahlperiode begann am Tag des FIFA-Kongresses. Bis zum 18. November können Kandidaten von den FIFA-Mitgliedsverbänden vorgeschlagen werden. Die Wahl findet beim FIFA-Kongress am 18. März 2027 im marokkanischen Rabat statt.
