Nationalspieler übt harte KritikDFB-Team für Kimmich kein „Topfavorit“ bei der WM

Joshua Kimmich (Germany) schaut, , Training der deutschen Fussball Nationalmannschaft, Home Ground am 24. March 2026 in Herzogenaurach, Deutschland. (Foto von Marco Steinbrenner/DeFodi Images) Joshua Kimmich (Germany) looks on, , Training der deutschen Fussball Nationalmannschaft, Home Ground, March 24, 2026 in Herzogenaurach, Germany. (Photo by Marco Steinbrenner/DeFodi Images)
Joshua Kimmich hat mit dem DFB zwei wichtige Testspiele vor der Nase.
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DFB-Kapitän Joshua Kimmich skizziert seinen Plan für eine erfolgreiche WM. Im Fokus: der Teamgedanke. Jeder müsse sich nun „unterordnen“, Bundestrainer Julian Nagelsmann fordert derweil Variabilität.

Julian Nagelsmann schlenzte den WM-Ball im ersten Training gefühlvoll an den Pfosten, sein Kapitän traf abseits des Platzes voll ins Schwarze. Mit einer eindeutigen Ansage zum Start ins Turnierjahr hat Joshua Kimmich seinen Plan für den „American Dream“ skizziert - und seine Mitspieler mit klaren Worten in die Pflicht genommen.

„Es ist nicht wichtig“, sagte Kimmich flankiert von den beiden WM-Trikots in Herzogenaurach, „den besten Kader der Welt zu haben - sondern das beste Team der Welt.“ Diesem Leitgedanken, betonte der Münchner, „muss sich jeder unterordnen und alles für das Team in die Waagschale werfen“. Damit sich auch die Weltbesten vor dieser DFB-Elf fürchten müssen.

Das neue deutsche Wir-Gefühl hatte sie bei der Heim-EM weit getragen, Kimmich aber hat vor allem eine andere, bittere Turniererfahrung im Kopf. „Auch der beste Kader der Welt hat keine Garantie, Titel zu gewinnen“, sagte er und erinnerte an die WM 2018. „Da hatten wir mit den besten Kader und wissen alle, wohin es uns geführt hat.“ Zum erstmaligen Vorrunden-Aus.

Diese Pleite wiederholte sich 2022 in Katar, auch dort war Kimmich dabei. „Die Bilanz“, gab er zu, „ist nicht gut.“ Daher zähle der viermalige Weltmeister beim XXL-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada sicher „nicht zu den Topfavoriten. Aber wenn es losgeht, interessiert niemanden mehr, was vor vier oder acht Jahren war.“ Sondern, wie eng die Mannschaft, die Bundestrainer Nagelsmann jetzt zusammenfügt, auf dem Platz zusammensteht.

Kimmich redete seinen Kollegen daher ins Gewissen: Schon den Tests gegen die Schweiz am Freitag (20.45 Uhr/RTL) in Basel und drei Tage später gegen Ghana in Stuttgart (20.45 Uhr/ARD) komme überragende Bedeutung zu. „Ich erwarte, dass sich jeder dem großen Ganzen mit 100 Prozent hingibt, damit wir bereit sind, wenn es dann drum geht.“

Sein Chef, erklärte Kimmich, habe dafür einen „klaren Plan - und die Überzeugung von diesem Plan versucht er, in die Mannschaft zu transportieren“. Dass dieser in der fränkischen Frühlingssonne Säulen wie Jamal Musiala und Aleksandar Pavlovic sowie Alternativen wie Felix Nmecha und Jamie Leweling fehlten, konnte dem Bundestrainer nicht gefallen.

Und so haben andere die „Chance, alles auf dem Platz zu lassen“, wie Kimmich es formulierte. Wie die Münchner Debütanten Jonas Urbig und Lennart Karl, dessen „Scheißegal“-Mentalität Kimmich lobte. Karl wurde beim Warmspielen unter den Augen des neuen Nagelsmann-Assistenten Alfred Schreuder vom neuen Athletiktrainer Bram Geers angetrieben. „Take some risk!“, rief der Belgier, riskier‘ was. Dazu immer wieder „Well done!“, also „gut gemacht“, und: „The time is right!“, die Zeit ist reif.

Auch für die DFB-Elf im Sommer? Nagelsmann hat seiner Auswahl für den Griff nach dem fünften Stern mehr Variabilität gewünscht. Wie das konkret aussehen soll, wollte Kimmich nicht verraten, nur so viel: Es gehe um den Spielaufbau - und seine Mutter Anja würde sich „ein bisschen schwer damit tun, wenn ich es ihr erklären würde“.

Wichtiger sei ohnehin „die Art und Weise“. Die Benchmark, betonte Kimmich, sei der berauschende Abschluss der holprigen WM-Qualifikation beim 6:0 gegen die Slowakei im November. „Die Erwartungshaltung ist“, sagte der Kapitän unmissverständlich, „dass jeder Vollgas gibt.“ Und dann auch auf dem Platz ins Schwarze trifft.

Verwendete Quellen: dbe/sid