Auftakttraining in MelbourneNeue Formel-1-Ära: Leclerc erzielt erste Bestzeit

Die neue Zeitrechnung in der Formel 1 beginnt. Als erstes Auto ist ein Audi auf dem Asphalt. Doch Nico Hülkenberg rast nicht zur Premieren-Bestzeit in Melbourne. Ferrari präsentiert sich stark.
Ferrari-Fahrer Charles Leclerc hat die erste Trainingsbestzeit in der neuen Formel-1-Ära aufgestellt. Der Monegasse schloss die Auftakteinheit zum Grand Prix von Australien in Melbourne in 1:20,267 Minuten als Führender des Klassements ab. Hinter Leclerc, der erst vor wenigen Tagen seine Freundin Alexandra geheiratet hat, wurde Teamkollege Lewis Hamilton im zweiten Ferrari Zweiter (+0,469 Sekunden).
Der viermalige Weltmeister Max Verstappen im Red Bull wurde am Ende eines Trainings, das von Klagen der Fahrer über ihre Power Units geprägt war, mit einem Rückstand von 0,522 Sekunden Dritter. Der einzige deutsche Fahrer im Feld, Nico Hülkenberg, wurde bei der Premiere von Audi als Werksteam Zehnter direkt hinter seinem Teamkollegen Gabriel Bortoleto.
Der Weltmeister muss seinen McLaren abstellen
Lando Norris, der sich in der vergangenen Saison zum 35. Weltmeister der Formel-1-Geschichte gekürt hatte, musste wegen eines Getriebeproblems seinen McLaren nach nur sieben Runden wieder abstellen. Der Engländer schloss die Einheit als 19. ab. Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso konnte in seinem Aston Martin wegen eines Motorproblems gar nicht erst auf die Strecke fahren.
Wenige Sekunden nach Freigabe der einstündigen Einheit war es ein Audi, der als erstes Auto auf die Strecke bog. Hülkenberg fuhr den R26 auf den 5,278 Kilometer langen Kurs. Audi hatte den Schweizer Sauber-Rennstall übernommen und ist in dieser Saison erstmals als Werksteam am Start. Die Erwartungshaltung beim deutschen Hersteller ist vor dem ersten Grand Prix der Saison an diesem Sonntag (5.00 MEZ Uhr/Sky) hoch - das erste Training verlief für die Ingolstädter vielversprechend.
Die Formel 1 hat sich ab dieser Saison ein neues Reglement gegeben. Dadurch sind die Autos kürzer, schmaler und leichter. Die Motoren werden zu gut 50 Prozent vom Verbrenner angetrieben, der von komplett nachhaltigem Kraftstoff befeuert wird. Die restlichen fast 50 Prozent Power liefert die Batterie.
Knackpunkt Energie-Management
Da die elektrische Energie nicht ausreicht, um die gesamte Runde über Vollgas zu geben, sind Verstappen & Co. zu permanentem Energie-Management aufgerufen. Der Elektroschub setzt immer nur kurzzeitig ein, anschließend muss durch das sogenannte Lift and Coast (Gas wegnehmen und rollen lassen) Energie zurückgewonnen werden.
„Das Energie-Management ist der Kernpunkt“, befand der junge Mercedes-Pilot Kimi Antonelli. Immer wieder klagten die Fahrer auch über fehlende Power in ihren Antrieben. Am Ende stand das Ferrari-Duo ganz vorne.
