Ein Kommentar Warum „Brooklyn Nine-Nine” in meinen Augen die beste Sitcom aller Zeiten ist!

„Wie, ihr kennt das nicht?”
Als kommuniziert wurde, dass die Polizei-Sitcom „Brooklyn Nine-Nine” endlich auch auf RTL+ zur Verfügung stehen wird, wollte ich gern einen Jubelsprung machen. Damit war ich aber ziemlich allein in der Redaktion – jedoch nicht, weil meine lieben Arbeitskollegen die Sitcom nicht mögen, sondern weil sie sie schlichtweg nicht kennen! Ich – schockiert, dass meinem Team dieses Meisterwerk an Serie bisher vorenthalten wurde – sah mich dazu berufen, einmal etwas Aufklärungsarbeit zu leisten. Schließlich hat die in meinen Augen beste Sitcom aller Zeiten deutlich mehr Aufmerksamkeit verdient – und nur zu gern verrate ich euch, warum!
„Brooklyn Nine-Nine” endlich auf RTL+! Aber worum geht es in der Sitcom überhaupt?
Bevor wir mit meinen verdammt guten Gründen, warum jeder – und zwar wirklich jeder – die US-amerikanische Sitcom „Brooklyn Nine-Nine” gesehen haben sollte, gebe ich euch erst einmal ein paar Hintergrundinfos zur (übrigens preisgekrönten) Serie.
Im Mittelpunkt der Sitcom steht das (fiktive) 99. Polizeirevier des NYPDs (New York City Departement) in Brooklyn. Besetzt wird das Revier von einer doch recht regellosen Gruppe an Detectives – allen voran der kindische, aber talentierte Ermittler Jake Peralta. Ihr chaotischer Alltag gerät jedoch ins Wanken, als ein neuer Chef das Revier übernimmt: Captain Raymond Holt. Der strenge und ehrgeizige Captain will Ordnung, Disziplin und Professionalität einführen – ein Vorhaben, das nicht bei allen Detectives gut ankommt und für so manche Reiberei sorgt!
Die Sitcom, die laut dem Portal Serienjunkies übrigens bereits am 17. September 2013 auf dem US-Sender Fox startete und erst 2021 endete, begleitet die Detectives dabei vorrangig in ihrem Arbeitsalltag, gewährt aber auch Einblicke in ihr Privatleben.
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Die Folgen haben eine typische Sitcom-Länge von rund 20 Minuten. Insgesamt hat „Brooklyn Nine-Nine” 153 Episoden, verteilt auf acht Staffeln – allein DAS sollte euch eigentlich schon überzeugen, dass die Serie verdammt gut ist, nicht wahr? Gut, dass ihr die Serie ab sofort auf RTL+ online streamen könnt!
Ihr seid noch nicht überzeugt? Dann kommen hier die versprochenen Gründe!
Grund 1: Die Charaktere! Wir können uns in jedem Fall mit mindestens einer Figur identifizieren
Beginnen wir mit einem der besten Gründe, warum die Serie so überzeugt: die Figuren! Ich glaube, ich kenne keine andere Sitcom, die eine solche Vielzahl an verschiedenen – und vor allem einzigartigen – Charakteren in einen Raum packt und sie aufeinander loslässt. Das sorgt natürlich für ordentlich Chaos, aber vor allem für jede Menge Unterhaltung.
Neben dem unreifen Detectiv Jake Peralta, der wider Erwarten ein verdammt guter Ermittler ist, haben wir beispielsweise den tollpatschigen, aber liebenswerten Detective Charles Boyle – Jakes bester Freund oder besser gesagt: größter „Fan-Boy“. Er unterstützt Peraltas Schabernack voller Hingabe, ist aber anfangs noch von einer weiteren Kollegin besessen: Rosa Diaz – eiskalt, unberechenbar, völlig undurchschaubar und damit das komplette Gegenteil vom unsicheren Boyle.
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Ebenfalls mit Unsicherheiten kämpft die perfektionistische und überorganisierte Ermittlerin Amy Santiago, die süchtig nach der Anerkennung ihres Vorgesetzten ist – und sich deshalb immer wieder in einen Wettstreit mit dem kindischen Peralta begibt. Fehlen noch die beiden dienstältesten, aber eher weniger erfolgreichen Ermittler Hitchcock und Scully, die ihren Tag lieber (fr)essend am Schreibtisch verbringen, als Verbrechen aufzuklären.
Geleitet wird dieses chaotische Team vom Sergeant Terry Jeffords – einem Hosenträger liebenden Muskelpaket mit einem weichen Herz – das neben seiner Familie hauptsächlich für Joghurt schlägt. Über ihm sitzt lediglich noch der neue, strenge und völlig ausdruckslose Captain: Raymond Holt, der sich seine Position aufgrund seiner Hautfarbe und Sexualität hart erkämpfen musste. Zuletzt gilt es noch Gina Linetti vorzustellen, die zivile Assistentin von Holt: Tänzerin, Influencerin und Kindheitsfreundin von Jake – die Fernsehwelt hat noch keine selbstverliebtere Ikone gesehen!
Aber genug geschwärmt! Kurzum: „Brooklyn Nine-Nine” besteht aus einem chaotischen Haufen charakterstarker Figuren mit eigenen Prinzipien, die nicht nur für einige Komplikationen sorgen, sondern in denen wir uns auch – gewollt oder nicht – wiedererkennen. Und genau das macht doch eine richtig gute Serie aus, oder?
Ich suche beispielsweise in jeder Serie eine Art „Wohlfühl-Charakter” – jemanden, mit dem ich mich identifiziere, dessen Gefühle und Handlungen ich nachvollziehen kann und für den ich mitfiebere. Bei „Brooklyn Nine-Nine“ war das vergleichsweise einfach, weshalb ich fest davon ausgehe, dass auch IHR euch schon in einer der Figuren wiedergefunden habt – ich hoffe nur, es sind nicht ausgerechnet Hitchcock oder Scully!
Grund 2: die Komik! „Brooklyn Nine-Nine” deckt eine Reihe an Humor-Stilen ab
Ich behaupte ja, jeder Mensch hat seinen ganz eigenen Humor: Die einen stehen auf alberne Gags, die so cringe sind, dass man sich fast fremdschämt, während andere lieber den ironischen Seitenhieb bevorzugen. Und genau darin liegt meiner Meinung nach ein großer Vorteil von „Brooklyn Nine-Nine”.
Durch ihre vielfältigen Figuren bietet die Serie für gefühlt jeden Humor etwas: Jakes alberne Art, die von Grimassen und kindischen Reaktionen geprägt ist, erinnert an eine Slapstick-Komödie. Amy liefert mit ihrem Kontrollzwang oft die Situationskomik, Boyle mit seiner übertriebenen Offenheit das „Ich kann nicht hinschauen“-Fremdscham-Gefühl. Fans von schwarzem Humor werden in Rosa ihre große Liebe finden – und selbst Liebhaber des trockenen Humors kommen dank Raymond Holts absolut emotionsloser Art in jeder Lebenslage voll auf ihre Kosten.
Doch vor allem die Dynamik zwischen den Figuren hat unzählige legendäre Szenen und Running Gags hervorgebracht: zum Beispiel die „Halloween Heists“ – ein jährlicher Wettkampf, der ursprünglich nur zu Halloween stattfand, bei dem das Team versucht, sich auf absurd-komische Weise gegenseitig auszutricksen und zu beklauen. Oder Jakes Dauerbrenner-Spruch „Titel deines Sextapes“, der leider immer wieder auf eigentlich unschuldige, aber zweideutige Aussagen von Amy folgt – zum großen Vergnügen aller Zuschauer!
Mit einer der legendärsten Momente ist jedoch eine Szene, bei der Jake die Verdächtigen im Verhörraum „I want it that way” singen lässt – wie ihr im TikTok-Video von brooklyn99 unten sehen könnt.
Grund 3: die Diversität! „Brooklyn Nine-Nine” macht Vielfalt zur Normalität
Im Vergleich zu anderen Sitcoms fällt bei „Brooklyn Nine-Nine” sofort die hohe Diversität auf: Wir haben einen homosexuellen, schwarzen Captain mit langjährigem Partner, einen schwarzen Sergeant sowie zwei lateinamerikanische Ermittlerinnen – von denen sich eine im Laufe der Serie als bisexuell outet.
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Auch wenn es spezielle Folgen gibt, in denen queere Storylines (wie etwa Rosas Outing) besonders hervorgehoben werden, hat man bei „Brooklyn Nine-Nine“ nie das Gefühl, dass die Figuren nur über ihre Sexualität oder Herkunft definiert werden – hier gibt es keinen eindimensionalen „Gay Best Friend“-Stereotyp!
Bei „Brooklyn Nine-Nine” sind Queerness oder auch die Herkunft wichtige Teile der Figuren, denen Raum gegeben wird, ohne sich auf diese zu beschränken. Sie begleiten die Figuren ganz selbstverständlich – genau wie im echten Leben. Dadurch wirkt Diversität hier nicht wie ein „Thema“, das in einzelnen Folgen abgehandelt werden muss, um die Serie „woke“ erscheinen zu lassen. Stattdessen wird sie durch diese natürliche Darstellung zu einer glaubwürdigen und authentischen Realität – genau dort, wo sie meiner Meinung nach hingehört.
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Grund 4: die Beziehungen! „Brooklyn Nine-Nine” bietet mehr als nur eine Liebesgeschichte
Im Vergleich zu anderen Sitcoms hat „Brooklyn Nine-Nine” meiner Meinung die stärksten Beziehungsdynamiken. Neben der zentralen Liebesgeschichte von Amy und Jake, die sich über mehrere Staffeln hinweg entwickelt und dadurch besonders authentisch wirkt, zeigt die Serie eine große Vielfalt an unterschiedlichen Beziehungen: die tiefgehende Freundschaft von Jake und Boyle, die fast schon wie eine Vater-Sohn-Dynamik zwischen Holt und Jake, die langjährige queere Ehe von Holt und Kevin und sogar die partnerschaftliche Kameradschaft von Hitchcock und Scully. Nicht zu vergessen die intensive Feindschaft zwischen Holt und Madeleine Wuntch, die doch recht sexuell aufgeladen wirkt!
Da jede Figur gefühlt bis ins kleinste Detail ausgearbeitet ist, sind auch die Beziehungen im 99. Revier unvergleichlich und einzigartig. Dadurch gelingt es der Serie, die verschiedenen Verhältnisse genauso individuell und authentisch darzustellen, wie man es aus dem echten Leben kennt – und sie dabei Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.
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Grund 5: der Mix aus Ernsthaftigkeit und Albernheit! „Brooklyn Nine-Nine” ist nicht nur lustig
Kommen wir zum letzten Grund, warum „Brooklyn Nine-Nine“ für mich die beste Sitcom aller Zeiten ist: Die Serie schafft die perfekte Mischung aus unterhaltsamen und ernsten Momenten. Klar, in erster Linie ist „Brooklyn Nine-Nine“ eine Sitcom, die kurzweilig sein soll und für ein paar schnelle Lacher sorgen will. Doch damit man eine Serie doch so richtig liebt, muss sie doch mehr bieten, oder?
Genau das tut „Brooklyn Nine-Nine“ für mich: Neben den witzigen Szenen gibt es auch ergreifende Storylines, die eine ernstere Atmosphäre hervorrufen. Es gibt emotionale Tief- und Rückschläge oder Konflikte, mit denen die Figuren zu kämpfen haben. Die Sitcom zeigt auch die verletzlichen Seiten ihrer Charaktere: ihre Schwächen, Sorgen und Ängste. All das passiert aber in einem ausgewogenen Rahmen. Die Serie unterhält, bietet aber auch Raum für ruhige Momente, die authentisch wirken und uns mitfühlen lassen – auch, wenn wir zwei Minuten zuvor noch laut gelacht haben.
Und dank dieser besonderen Erzählweise scheut die Sitcom „Brooklyn Nine-Nine” nicht davor zurück, auch gesellschaftskritische Elemente in ihren Folgen einfließen zu lassen. Sie behandelt Homophobie, Rassismus und sogar Polizeikorruption – niemals mit erhobenem Zeigefinger, aber mit dem gebotenen Ernst.
Da bleibt mir nur noch zu fragen: Kann eure Lieblings-Sitcom das auch?
Verwendete Quellen: Eigene RTL-Recherche, Instagram/brooklyn99, Serienjunkies.




