Kos-Urlaub endet mit GerichtsprozessAlle Poolliegen belegt – Familie bekommt fast 1.000 Euro zurück

von Patricia Brinkmann

Ein Mann aus der Nähe von Düsseldorf hat mit seiner Familie Urlaub auf Kos gemacht. Aber jeden Tag musste er sich im 5-Sterne -Hotel ärgern, denn die Liegen waren immer belegt. Der Mann zog vor Gericht und gewann.

Sechs Pools – keine freien Liegen

Sommer, Sonne, Pool: Für viele ist es die perfekte Kombi. In einem Hotel auf Kos sind morgens zwar viele Liegen, aber sie sind alle schon belegt. David Eggert kommt aus der Nähe von Düsseldorf und wollte eigentlich nur mit seiner Familie entspannen. Zur Auswahl gab es sechs Schwimmbecken - nur ohne freie Plätze drumherum. David Eggert erklärt :„Man kennt es. Das war jetzt auch keine Überraschung in dem Hotel. Das war wirklich ein Riesenhotel mit so vielen Liegen und dass das dann da so ist, das hätte ich nicht erwartet.“

Wegen Liegen vors Gericht

Liegenbelegen ist in vielen Hotelanlagen ein echter Sport. Ein Verbot zu reservieren, wird oft ignoriert. David Eggert fragte im 5-Sterne-Hotel nach Hilfe. Es verwies an den Reiseveranstalter als ersten Ansprechpartner. Er wiederum bedankte sich fürs Feedback und wollte es ans Hotel weitergeben. Aber in den zwölf Tagen änderte sich nichts. Nach dem Urlaub spricht der Berufspilot nochmal mit TUI. Es gab ein Angebot von 350 Euro und einen Hinweis, so der 48-Jährige. David Eggert wollte das so nicht hinnehmen. Er klagte. Der Mann an seiner Seite: Marc Romeike. Gemeinsam zogen sie vors Amtsgericht Hannover. Weil dort der Reiseanbieter seinen Sitz hat.

350 Euro Entschädigung für eine mehr als 7000 Euro teure Buchung war ihnen zu wenig. So sah es auch das Gericht im April. Am Ende bekam er 987 Euro zurück. Trotzdem bleibt das Urteil eine Einzelfallentscheidung. TUI Deutschland äußert sich so: „Hotels bleiben vor Ort die zentrale Anlaufstelle für alle operativen Belange, einschließlich der Organisation der Poolbereiche und der Nutzung der Sonnenliegen.“ Es bleibt also ein Hin und Her, wer jetzt verantwortlich ist. Anwalt Marc Romeike rät, in so einer Situation immer alles genau zu dokumentieren und persönliche Sachen von anderen nie von Liegen runterzunehmen. Immer das Hotel nach Hilfe fragen. Sonst sind Streit und Probleme programmiert und das will im Urlaub wohl keiner.