Überraschendes Ergebnis Männer vs. Frauen: Wer verliebt sich schneller – und warum?

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Beim Kennenlernen kann es schnell knistern, doch welches Geschlecht entwickelt eher Gefühle?
MandicJovan

Wer verliebt sich eigentlich schneller - Männer oder Frauen?
Studien liefern überraschende Antworten, die gängigen Klischees widersprechen. Dabei spielen Biologie, Erziehung und emotionale Strategien eine größere Rolle, als viele denken. Ein Blick hinter die Gefühle lohnt sich.

Mythos: Frauen sind romantischer - stimmt das?

Viele denken: Frauen verlieben sich schneller, sind emotional intensiver und sagen früher „Ich liebe dich“. Überraschenderweise zeigen Studien, dass genau das nicht unbedingt stimmt. In mehreren psychologischen Untersuchungen berichten Männer, dass sie sich früher und schneller verlieben als Frauen. Zudem verlieben sie sich auch öfter in ihrem Leben.

Zum Beispiel ergab eine große internationale Studie, die in der Fachzeitschrift „Biology of Sex Differences” veröffentlicht wurde, dass Männer sich im Durchschnitt etwa einen Monat früher verlieben als Frauen. Dafür wurden 808 Erwachsene im Alter zwischen 18 und 25 Jahren aus 33 Ländern in Europa, Nordamerika und Südafrika befragt. Alle gaben an, zum Zeitpunkt der Studie verliebt zu sein. Die Studie zeigt auch: Männer verlieben sich öfter schon, bevor es offiziell eine Beziehung gibt. Rund 30 Prozent der Männer gaben an, dass sie schon vor dem „Ja, wir sind ein Paar“ total verliebt waren. Bei den Frauen sieht es anders aus. Dort waren es weniger als 20 Prozent.

In einer anderen Untersuchung der US-Psychologin Marissa Harrison, die im „Journal of Social Psychology“ veröffentlicht wurde, sagten Männer schon nach wenigen Wochen eher „Ich liebe dich“, während Frauen dafür im Schnitt länger brauchen. Für die Studie wurden 172 Studenten zu Liebe und Beziehungen befragt. Das Ergebnis: Männer sagen oft schon nach wenigen Wochen „Ich liebe dich“, während Frauen sich damit meist deutlich länger Zeit lassen. Oft sind es sogar mehrere Monate. Außerdem gaben 64 Prozent der Männer an, die drei Worte zuerst gesagt zu haben. Bei den Frauen waren es lediglich 19 Prozent.

Warum verlieben sich Männer schneller?

Die Gründe dafür sind vielfältig. Aus evolutionärer Perspektive beispielsweise war es für Männer oft „vorteilhafter“, früh Gefühle zu zeigen und einen Partner zu binden. So sicherten sie ihre Chancen auf Nachwuchs. Frauen mussten bei der Partnerwahl wählerischer sein, weil die Investition in Nachkommen biologisch höher ist. Auch heute noch spielen aber auch gesellschaftliche Erwartungen eine Rolle. Immer noch gilt bei vielen Frauen: Der Mann muss den ersten Schritt machen, zeigen, dass er interessiert ist und bereit ist zu binden. Diese unausgesprochene Regel gilt auch beim Online-Dating. Das kann dazu führen, dass Männer eher das Gefühl „Ich bin verliebt“ wahrnehmen und äußern, besonders am Anfang einer Beziehung.

Studien zeigen auch, dass Frauen, obwohl sie sich im Schnitt langsamer verlieben, intensiver fühlen. Sie denken häufiger an ihren Partner, erleben stärkere romantische Gefühle und zeigen mehr obsessive Gedanken. Das heißt: Der erste Funke mag bei Männern früher kommen, die emotionale Bindung bei Frauen kann dafür tiefer sein.

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Persönlichkeit spielt ebenfalls große Rolle

Nicht nur das biologische Geschlecht beeinflusst, wie schnell Menschen sich verlieben: Auch die Persönlichkeit spielt eine wichtige Rolle. Studien zeigen, dass besonders Extraversion und Bindungsstil entscheidend sind: Extrovertierte Menschen gehen leichter auf andere zu, zeigen Gefühle schneller und verlieben sich oft früher, während introvertierte Personen emotional vorsichtiger agieren und länger brauchen, sich zu öffnen.

In einer internationalen Befragung von über 839 Erwachsenen im Alter von 18 bis 74 Jahren stellte sich heraus, dass Männer im Durchschnitt schneller sagen „Ich liebe dich“, aber wenn Persönlichkeitsfaktoren wie ängstlicher oder sicherer Bindungsstil berücksichtigt werden, verschwindet dieser Unterschied teilweise: Menschen mit ängstlicher Bindung - egal ob Mann oder Frau - verlieben sich besonders schnell und intensiv. Introvertierte oder vermeidend gebundene Personen brauchen länger, entwickeln dafür aber oft tiefere emotionale Bindungen.

Fazit: Wer sich schneller verliebt, hängt nicht nur vom Geschlecht ab: Persönlichkeit, Bindungserfahrungen und emotionale Offenheit sind mindestens genauso entscheidend. Männer verlieben sich tendenziell schneller, aber die individuellen Unterschiede durch Persönlichkeit können diesen Effekt stark überlagern. Wenn ihr noch auf der Suche nach eurem Herzblatt seid, dann schaut doch mal bei der RTL-Partnersuche vorbei.