Streit um die arktische InselWidersprüchliche Signale! Möchte Trump Grönland angreifen oder kaufen?

Grönland und Trump
Schon vor Monaten protestierten Menschen in Grönland gegen Pläne der USA für die Insel (Archivbild).
Christian Klindt Soelbeck/Ritzau

Drohungen werden massiv verstärkt!
Trump will Grönland – und das schon seit Jahren. Doch es ist unklar, wie genau die USA Kontrolle über die Insel erlangen wollen. Die US-Regierung sendet unterschiedliche Signale.

US-Regierung hat Drohungen bezüglich Grönland verstärkt

Im Streit um das zum Königreich Dänemark gehörende Grönland sendet die US-Regierung widersprüchliche Signale: Das Weiße Haus schließt einen Militäreinsatz ausdrücklich nicht aus, während der Außenminister Berichten zufolge von einem Kauf der autonomen Arktisinsel spricht. Die US-Regierung hat ihre Drohungen in der Sache zuletzt massiv verstärkt – sehr zum Ärger der europäischen NATO-Partner.

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Präsident Donald Trumps Sprecherin Karoline Leavitt erklärte zum amerikanischen Anspruch auf Grönland am Dienstagabend (6. Januar): „Der Präsident und sein Team erörtern eine Reihe von Optionen, um dieses wichtige außenpolitische Ziel zu erreichen, und selbstverständlich steht dem Oberbefehlshaber der Einsatz des US-Militärs jederzeit als Option zur Verfügung.”

Trump soll neuen Plan zum Ankauf Grönlands verlangt haben

Außenminister Marco Rubio, der aktuell auch Trumps nationaler Sicherheitsberater ist, sagte Medienberichten zufolge in einer vertraulichen Sitzung mit US-Abgeordneten, dass die jüngsten Drohungen keine militärische Invasion signalisieren sollten. Das Ziel sei ein Kauf Grönlands, berichteten das Wall Street Journal und die New York Times unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Sitzung fand am Montag statt.

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Unter Berufung auf Beamte berichtete die New York Times weiter, dass Präsident Donald Trump seine Mitarbeiter um die Vorlage eines aktualisierten Plans für einen Erwerb der Insel gebeten habe. Trump hatte einen solchen Plan bereits während seiner ersten Amtszeit ins Spiel gebracht.

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Dänemark und Europäer wehren sich gegen US-Vorstöße

Dänemark hat den US-Anspruch auf Grönland und die militärischen Drohungen entschieden zurückgewiesen. Regierungschefin Mette Frederiksen sagte: „Wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen, dann hört alles auf.“ Das wäre das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses und damit auch der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestehenden Sicherheitsarchitektur.

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In einer gemeinsamen Erklärung machten Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Spanien, Großbritannien und Dänemark am Dienstag klar: Grönland gehört den Grönländern. (anr)

Verwendete Quellen: dpa