Gegen iranische Shahed-AngriffeAngst vor Killer-Drohnen! Ukraine hilft jetzt Golfstaaten

Russland setzt im Krieg gegen die Ukraine auch Drohnen aus iranischer Entwicklung ein. Nun greift der Iran selbst im Nahen Osten seine Nachbarn an - die ukrainische Expertise gegen solche Angriffe ist dringend gefragt. Auch in anderen militärischen Bereichen kann Kiew helfen.
Aufgrund ihrer Fähigkeiten zur Drohnenabwehr ist die Ukraine zu einem wichtigen Ansprechpartner für die Golfstaaten geworden. Denn Russland setzt in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine fast täglich Drohnen iranischer Bauart ein. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs müssen sich auch die Länder in der Golfregion gegen Angriffe mit iranischen Shahed-Drohnen verteidigen. Kiew will nun Experten in die Golfstaaten entsenden, um diese bei der Drohnenabwehr zu unterstützen.
Das Drohnenmodell, das die russische Armee im Krieg gegen die Ukraine einsetzt, heißt Geran-2. Dabei handelt es sich um eine weiterentwickelte Version der iranischen Shahed-Drohne. Die ukrainische Luftwaffe fängt nach eigenen Angaben mehr als 80 Prozent der russischen Langstreckendrohnen ab, bevor sie in den ukrainischen Luftraum eindringen.
Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge haben bislang elf Länder Kiew um Hilfe beim Thema Drohnenabwehr gebeten, darunter neben Nachbarstaaten des Iran auch europäische Länder und die USA.
Ukrainische Rüstungsunternehmen haben im Zuge des Krieges gegen ihr Land eine Reihe von Abfangdrohnen entwickelt. Dabei handelt es sich um kostengünstige Geräte zum einmaligen Einsatz. Präsident Selenskyj hat angeordnet, bis zu tausend dieser Fluggeräte pro Tag zu produzieren.
Der Preis einer Abfangdrohne variiert stark. Je nach Modell reicht er von umgerechnet gut 600 Euro bis zu gut 10.000 Euro. Selbst die teuersten Modelle kosten jedoch nur den Bruchteil einer Flugabwehrrakete vom Typ Patriot, deren Kosten in der neuesten Version PAC-3 rund vier Millionen Dollar betragen sollen.
„Der Krieg hat sich stark gewandelt“, sagte kürzlich der stellvertretende Kommandeur einer Flugabwehreinheit im Osten der Ukraine. „Am Anfang ging es um Drohnen gegen Menschen, Soldaten und Panzer. Jetzt geht es vor allem um Drohnen gegen Drohnen.“
Die ukrainische Armee verfügt außerdem über traditionellere und teils improvisierte Flugabwehrvorrichtungen, etwa schwere Maschinengewehre, die auf Pick-ups montiert sind. Die ukrainischen Truppen setzen außerdem Boden-Luft-Raketen ein, die von Infanteristen abgefeuert werden. Dies sind Waffen, die ursprünglich dafür vorgesehen waren, etwa niedrig fliegende Hubschrauber abzuschießen.
Die Ukraine drang lange bei ihren westlichen Verbündeten auf moderne F-16-Kampfjets nach US-Bauart und erhielt Mitte 2024 die erste Lieferung. Allerdings war die Zahl gering und es wurden Probleme bei der Ausbildung der ukrainischen Pilotinnen und Piloten gemeldet. Dennoch werden auch sie zum Abschuss von Drohnen eingesetzt. Die ukrainische Luftwaffe setzt außerdem älteres Gerät sowjetischer Herkunft ein, unter anderem Hubschrauber des Modells Mi-24 und Mi-8.
Die Ukraine setzt auch elektronische Geräte ein, die darauf abzielen, die Navigationssysteme der russischen Drohnen zu stören. Dadurch können diese zum Beispiel dazu gebracht werden, ihren Kurs über der Ukraine zu ändern und nach Russland zurückzukehren.
Verwendete Quellen: mwa/AFP