Razzien in fünf BundesländernErmittler zerschlagen Menschenhändler-Ring in Bordellen

ARCHIV - 15.03.2024, Hamburg: Ein Polizist steht vor einem Einsatzfahrzeug der Polizei. (Symbolbild) (zu dpa: «Razzia gegen mutmaßliche Waffenhändler») Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Die Polizei durchsuchte im Rahmen ihrer Ermittlungen 31 Objekte in mehreren Bundesländern.

Seit zwei Jahren ermittelt die Polizei wegen Menschenhandels gegen eine kriminelle Vereinigung. Die Verdächtigen sollen Vietnamesinnen illegal nach Deutschland gebracht und zur Prostitution gezwungen haben. Bei den Hauptverdächtigen klicken nun die Handschellen.

Mit Durchsuchungen sind Ermittler in fünf Bundesländern gegen die illegale Einschleusung von Frauen vorgegangen. Drei Hauptverdächtigen werden unter anderem Menschenhandel und Zwangsprostitution vorgeworfen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft im sächsischen Chemnitz mitteilten.

Darüber hinaus wird gegen zahlreiche weitere Menschen ermittelt. Sie sollen Frauen aus Vietnam zur Prostitution nach Deutschland geschleust haben. Die drei mutmaßlichen Haupttäter wurden festgenommen. Bei ihnen handelt es sich um eine 47-Jährige, ihren gleichaltrigen Lebensgefährten und den 42 Jahre alten Bruder der Frau.

In diversen Bordellwohnungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen, Thüringen und Berlin trafen die Ermittler auf 19 vietnamesische Frauen. Eine von ihnen wurde in ein Gefängnis gebracht, weil gegen sie ein Haftbefehl wegen einer nicht bezahlten Geldstrafe vorlag. 31 Objekte wurden durchsucht, darunter auch Wohnungen von mutmaßlichen Unterstützern.

Seit Frühjahr 2024 wird gegen die Verdächtigen ermittelt. Damals stießen Ermittler auf mehrere vietnamesische Frauen, die sich illegal in Deutschland aufhielten und prostituierten. Bei den Ermittlungen wurde ein organisiertes Konstrukt mit Dreh- und Angelpunkt in Halle an der Saale entdeckt.

Die Beteiligten des Konstrukts sollen junge Frauen gezielt in Vietnam mit dem Versprechen einer gut bezahlten und legalen Arbeit nach Deutschland gelockt haben. In Deutschland seien ihnen die Pässe und Handys abgenommen worden. Anschließend seien sie zur Prostitution gezwungen worden.

Verwendete Quellen: lar/AFP