Militär prüft besonderes ArealBundeswehr checkt Goebbels-Villa: Was passiert mit Nazi-Anwesen?

Die Villa auf dem Bogensee-Areal (Aufnahme mit Drohne). Das Areal wird temporär für Führungen und Besichtigungen an die Gemeinde Wandlitz übergeben. Auf dem Areal in einem Waldgebiet nordöstlich von Berlin hatte sich NS-Propagandaminister J. Goebbels ein Landhaus bauen lassen. Seit dem Jahr 2000 ist das Areal ungenutzt und verfällt.
Die Villa ist nur eines der verfallenen Gebäude auf dem riesigen Bogensee-Areal.
picture alliance/dpa / Britta Pedersen

Das Gelände am Bogensee verfällt seit Jahren. Bisher war kein geeigneter Investor in Sicht. Das ändert sich jetzt womöglich - die Bundeswehr braucht mehr Platz und könnte das Gelände übernehmen, auf dem sich einst NS-Reichspropagandaminister Goebbels den „Waldhof“ bauen ließ.

Die Bundeswehr prüft die Nutzung eines riesigen Areals in Brandenburg mit der früheren Villa von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels. Bei den Gesprächen über die 16 Hektar große Liegenschaft am Bogensee nördlich von Berlin sind auch das Land Brandenburg und die Gemeinde Wandlitz „eng eingebunden“, sagte ein Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr. Die internen Planungen und Prüfungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

Zum Hintergrund sagte der Sprecher, wegen der sicherheitspolitischen Lage und neuer Nato-Vorgaben müsse die Bundeswehr schnell wachsen. Deshalb gebe es auch größeren Bedarf an unterschiedlichster Infrastruktur. Aus heutiger Sicht könnten aber noch keine konkreteren Aussagen zu einzelnen Standorten gemacht werden.

Das Areal am Bogensee mit mehreren Gebäuden im Wald ist seit dem Jahr 2000 ungenutzt und verfällt. Dort hatte sich Goebbels ein Landhaus bauen lassen. Seit langem gibt es eine Debatte darüber, wie eine neue Nutzung aussehen kann. Eigentümer des gut 16 Hektar großen Bogensee-Areals ist Berlin. Weil das Land Berlin kein Geld und kein Interesse an einer Entwicklung hat, überließ der Senat das Gelände bis Ende 2027 der Gemeinde Wandlitz unentgeltlich zur Nutzung.

Im Januar hatte es auf dem Gelände gebrannt. Betroffen war ein früheres Lehrgebäude der ehemaligen Hochschule der Freien Deutschen Jugend (FDJ).

Verwendete Quellen: hul/dpa