Uns fehlen jetzt RohstoffeIran-Krieg würgt deutsche Wirtschaft ab – drohen jetzt Engpässe?

Chempark Krefeld-Uerdingen, rund 40 Betriebe sind in dem Chemiepark am Rhein angesiedelt, es gibt 3 Chemparks in NRW, am Rhein, Deutschland, Chempark Krefeld-Uerdingen *** Chempark Krefeld Uerdingen, around 40 companies are located in the chemical park on the Rhine, there are 3 chemical parks in NRW, on the Rhine, Germany, Chempark Krefeld Uerdingen
In der chemischen Industrie klagt fast ein Drittel der Unternehmen über Materialmangel.
IMAGO/Jochen Tack

Die deutsche Industrie ist stark abhängig von globalen Rohstofflieferungen. Ölbasierte und energieintensive Branchen leiden entsprechend besonders unter den Folgen des Iran-Kriegs - bis hin zum Materialmangel.

Die deutschen Industrieunternehmen erhalten infolge des Iran-Kriegs immer weniger Material. Der Anteil der Unternehmen, die im April über Beschaffungsengpässe klagten, lag bei 13,8 Prozent - mehr als doppelt so viel wie noch im Januar (5,8 Prozent), wie das Ifo-Institut in einer Umfrage ermittelte.

„Die Lieferketten geraten spürbar unter Druck“, sagte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe. „Der Konflikt im Nahen Osten und die Einschränkungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wirken sich zunehmend auf die Versorgung mit Vorprodukten aus.“

Zunehmend knapp wird es demnach vor allem in Branchen, die stark von ölbasierten und energieintensiven Vorprodukten abhängig sind. So war in der chemischen Industrie fast ein Drittel (31,1 Prozent) der Unternehmen von Materialmangel betroffen.

Bei den Herstellern von Gummi- und Kunststoffwaren stieg der Anteil deutlich auf knapp ein Viertel (22,9 Prozent). Der Maschinenbau sowie Hersteller elektrischer Ausrüstungen spürten die Knappheit ebenso wie die Automobilindustrie.

„Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie stark die Industrie von globalen Rohstoff- und Energielieferungen abhängt“, sagte Wohlrabe. Durch die Straße von Hormus zwischen Iran und Oman wird normalerweise rund ein Fünftel des globalen Ölangebots transportiert. Die Meerenge ist seit Wochen wegen des Iran-Kriegs weitgehend blockiert. „Gerade bei petrochemischen Vorprodukten können sich Störungen sehr schnell in der gesamten Wertschöpfungskette bemerkbar machen“, betonte das Ifo.

Verwendete Quellen: mba/dpa