Aktien drehen endlich auf!Naher Osten-Hoffnung lässt Wall Street jubeln!

Die US-Regierung scheint willens, den Krieg im Nahen Osten auf dem Verhandlungsweg zu beenden und strebt zumindest eine Waffenruhe an. Das hören die Anleger an der Wall Street gern. Viele bringen sich schon für eine mögliche Erholungsrallye in Position.
Berichte über diplomatische Bemühungen zur Beendigung des Krieges im Nahen Osten kommen an der Wall Street gut an: Die Anleger haben bei Aktien wieder zugegriffen. Der Dow Jones gewann 0,7 Prozent auf 46.429 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,8 Prozent auf 21.930 Zähler vor und der breit gefasste S&P 500 legte 0,5 Prozent auf 6592 Stellen zu.
Für bessere Stimmung bei den Anlegern sorgen die Bemühungen der USA um eine Deeskalation am Golf. „Die Märkte sehen einen möglichen Weg für eine Deeskalation des Krieges“, sagte Aleks Spencer, Investmentchef bei Bogart Wealth. Die USA haben dem Iran Medienberichten zufolge einen 15-Punkteplan zur Beendigung des Krieges übermittelt, in dem der Iran unter anderem aufgefordert wird, Atomanlagen abzubauen, die Arbeit an ballistischen Raketen einzustellen, die Unterstützung für regionale Milizen einzuschränken und die Straße von Hormus vollständig wieder zu öffnen. Laut dem israelischen Sender Channel 12 wollen die USA den Plan während einer vierwöchigen Waffenruhe erörtern. Teheran hat bisher öffentlich bestritten, mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump zu verhandeln.
„Der Markt preist derzeit die Aussicht ein, dass Friedensgespräche oder ein Waffenstillstand bevorstehen könnten“, sagte Amelie Derambure, Senior Asset-Managerin bei Amundi. Ihrer Einschätzung nach würden sich viele Investoren derzeit positionieren, um eine mögliche „Erholungsrallye“ nicht zu verpassen. Mark Hackett, Chef-Marktstratege bei Nationwide, hält es für einen Erfolg, dass sich die Lage in dieser Woche bislang nicht weiter verschlechtert habe und es zu keiner Eskalation gekommen sei. „Diese Tatsache ist an sich schon eine gute Nachricht“, sagte Hackett.
Die Ölpreise gaben im Verlauf um rund vier Prozent nach. Zum Ende des Aktienhandels lagen die Sorten Brent und WTI beide etwa 1,4 Prozent im Minus bei 102,93 und 91,13 Dollar je Fass. Der Anstieg der Ölpreise infolge des Iran-Angriffs hatte die Inflationssorgen wieder aufleben lassen und Unsicherheit bezüglich der Zinsaussichten der Zentralbanken erzeugt. Laut dem FedWatch Tool der CME Group rechnen die Märkte in diesem Jahr nicht mit einer geldpolitischen Lockerung der US-Notenbank Federal Reserve. Vor Beginn des Krieges waren noch zwei Zinssenkungen erwartet worden.
Im Halbleitersektor hellte Arm die Stimmung auf. Der Konzern hat einen neuen Chip für Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) vorgestellt und strebt damit in etwa fünf Jahren einen Jahresumsatz von 15 Milliarden Dollar an. Die Aktien gewannen zeitweise mehr als 20 Prozent, um dann mit einem Plus von 16,4 Prozent zu schließen. Im Fahrwasser ging es für Nvidia, Marvell Technology und Intel zwischen 2,0 und 7,1 Prozent nach oben.
Die Aussicht auf einen nahenden Börsengang von SpaceX sorgt bei dem Fonds Destiny Tech100 für einen Kurssprung von 15,3 Prozent. SpaceX ist die größte Aktienposition des Fonds, der an privaten Tech- und Wachstumsfirmen beteiligt ist. Aktien der Tech-Firma Echostar, die ebenfalls Anteile besitzen, legten um 7,4 Prozent zu. Das Raumfahrtunternehmen des umstrittenen Milliardärs Elon Musk werde den Emissionsprospekt wohl in dieser oder der kommenden Woche bei den US-Behörden einreichen, schrieb das Nachrichtenportal „The Information“.
Keine größeren Auswirkungen auf die Kurse hatte eine Gerichtsentscheidung für die Internetfirmen Google und Meta. In einem wegweisenden Prozess um die Abhängigkeit von sozialen Medien haben Geschworene in Los Angeles die Alphabet-Tochter Google und Meta am Mittwoch haftbar gemacht. Beide Konzerne kündigten Berufung an. Google notierten knapp 0,2 Prozent im Plus, Meta gewannen 0,3 Prozent.
Verkauft wurden dagegen nach einem Managementwechsel die Papiere des Sportschuhherstellers ON. Sie verloren 11,2 Prozent an Wert. Zwei der Gründer führen das für seine Laufschuhe bekannte und von Tennis-Star Roger Federer unterstützte Schweizer Unternehmen von Mai an wieder selbst. David Allemann und Caspar Coppetti lösen dann als Co-CEOs Martin Hoffmann ab, der nach 13 Jahren als Finanzvorstand und fünf Jahren als On-Chef eine Auszeit nehmen wolle.
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Verwendete Quellen: ino/rts


