Dieser Plan steckt dahinterMoorfläche in Deutschland soll verdoppelt werden

Raubling, Deutschland 05.11.2025: Im Bild: Blick über die herbstliche Nicklheimer Filze bei Raubling mit den Bayerischen Alpen im Hintergrund. Die Wasserflächen des Hochmoors spiegeln den klaren Himmel und die umliegende Vegetation, während die Sonne tief über der Landschaft steht. Das Gebiet zählt zu den bedeutendsten Moorlandschaften im Alpenvorland.
Umweltminister Carsten Schneider sieht Moor und Wald als so wichtig an wie Straße und Schiene.
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In Deutschland sind mehr als 90 Prozent der ursprünglichen Moorböden trockengelegt. Das soll sich ändern. Eine Milliardenförderung soll zur Vernässung und damit zur Ausweitung der Flächen beitragen.

Mit staatlicher Förderung will das Bundesumweltministerium die Fläche intakter Moorböden in Deutschland fast verdoppeln. „Mit diesem Angebot können wir den Moor-Regionen in Deutschland und vor allem den land- und forstwirtschaftlichen Betrieben eine echte Zukunftsperspektive geben“, erklärte Minister Carsten Schneider. Mit der „nassen Landwirtschaft“ könne man das Wasser in der Fläche halten, ohne die wirtschaftliche Nutzung aufzugeben.

Moorböden können viel schädliche Treibhausgase speichern und helfen so dem Klimaschutz. Außerdem helfen sie, den Wasserhaushalt auszugleichen. Die Bundesregierung stellt dafür bis Ende 2029 rund 1,75 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds bereit. Die EU-Kommission hat die Förderung bereits genehmigt. Förderfähig ist neben einer schonenden Bewirtschaftung auch eine Stilllegung von Flächen.

Geld soll fließen für die Wiedervernässung, für den Ausgleich von Wertverlusten bei Eigentum und Nutzung und den Aufbau neuer Wertschöpfungsketten für Produkte aus Moorpflanzen. Das können laut Ministerium zum Beispiel Fasern für Papier, Kartons oder Baumaterialien sein. Bewerben können sich Eigentümer, Bewirtschafter und Verbände.

In Deutschland sind nach Angaben des Ministeriums heute mehr als 90 Prozent der ursprünglichen Moorböden trockengelegt. Nass seien nur noch rund 100.000 Hektar. Über die Förderung sollen weitere 90.000 Hektar hinzukommen. Schneider hatte immer wieder betont, es müsse einen „Gleichrang der natürlichen Infrastruktur - also gesunden Böden und Wäldern, wiedervernässten Mooren - mit der technischen Infrastruktur wie intakten Schienenwegen oder Erneuerbaren Energien“ geben.

Verwendete Quellen: mba/dpa