Wichtige Politiker wohlaufNach Angriffen auf Iran – wo versteckt sich der oberste Führer Ali Chamenei?

Ein der „New York Times“ vorliegendes Bild zeigt die vollkommen zerstörte Teheraner Residenz von Irans oberstem Führer Chamenei. Israel hat ihn ausdrücklich als Ziel der jüngsten Angriffe genannt. Über seinen Verbleib hält sich das Regime aber bedeckt.
Nach den israelisch-amerikanischen Angriffen sind nach iranischer Darstellung wichtige Staatsmänner am Leben. Wohlauf seien neben Präsident Massud Peseschkian auch Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf sowie der Generalsekretär des Sicherheitsrats, Ali Laridschani. Auch Justizchef Gholam-Hussein Mohseni-Edschehi sei am Leben.
Berichte über den Verbleib von Irans oberstem Führer, Ajatollah Ali Chamenei, gibt es bislang dagegen nicht. Nur das ist bekannt: Einem Regierungsvertreter zufolge wurde Chamenei an einen sicheren Ort gebracht, wie die Nachrichtenagentur Reuters unmittelbar nach den ersten Angriffen berichtete. Chamenei hält sich demnach nicht in Teheran auf.
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Israelische Medien berichteten unterdessen, Chamenei sei möglicherweise verletzt oder getötet worden. Die Zeitung „Haaretz“ schreibt, die israelische Regierung prüfe, ob Chamenei bei den Angriffen verletzt worden sei. Die „Jerusalem Post“ berichtet, er sei „von Kontakten abgeschnitten“ und wahrscheinlich verletzt worden. Der israelische Sender Kanal 12 meldet unter Berufung auf eine Regierungsquelle, die Einschätzung, Chamenei sei „ausgeschaltet“, verdichte sich.
Nach den Worten des iranischen Außenministers Abbas Araghtschi hat Chamenei dagegen die israelisch-amerikanischen Luftangriffe überlebt. Chamenei sei „soweit ich weiß“ noch am Leben, sagte der Minister dem US-Sender NBC News.
Der Journalist Christiaan Triebert von der „New York Times“ teilte indes ein Foto, das nach seinen Angaben das erste veröffentlichte Bild von Chameneis Residenz in Teheran nach dem Angriff darstellen soll. Das Anwesen erscheint vollkommen zerstört.
Chamenei ist die zentrale Figur im Teheraner Machtapparat - und das seit 1989, als ihn der Expertenrat des Landes einen Tag nach dem Tod von Ruhollah Chomeini, dem politischen und religiösen Führer der Islamischen Revolution von 1979, zu dessen Nachfolger gewählt hatte. Geboren wurde Chamenei 1939 als Sohn eines Klerikers. Ihn zu stürzen, wäre ein kaum zu überbietender Symbolmoment für Regimekritiker und Oppositionelle im Iran.
Auch Israel möchte Chamenei loswerden. Israelischen Medienberichten zufolge haben die gemeinsamen Angriffe mit den USA auch auf ihn abgezielt. Chamenei sowie Irans Präsident Massud Peseschkian „gehörten zu den Zielen des Angriffs“, berichtete der Sender Kan unter Berufung auf eine israelische Quelle. Die Fox-Journalistin Jennifer Griffin berichtete indes unter Berufung auf einen anonymen US-Vertreter, dass nur Israel auf die iranische Führung abziele, während es die USA auf Militäreinrichtungen absähen, die eine Bedrohung darstellten.
Trump selbst griff in seiner achtminütigen Rede das Teheraner Regime scharf an, erwähnte Chamenei aber nicht namentlich. Er kündigte indes die Zerstörung von Teilen des iranischen Militärapparats an und forderte die Iranerinnen und Iraner auf, die Regierung im Anschluss zu übernehmen. Ob Trump mit seiner Administration das Ziel der israelischen Führung teilt, Chamenei auszuschalten, ist unklar.
Verwendete Quellen: mpe/dpa/rts