Meisterwerk war verschollenSensation in der Kunstwelt – Neuer Rembrandt entdeckt!

The painting "Vision of Zacharias in the Temple", identified by researchers in Amsterdam as an original work by Rembrandt, is pictured at Rijksmuseum Atelier, Amsterdam, Netherlands March 2, 2026. REUTERS/Charlotte van Campenhout
"Vision von Zacharias im Tempel" im Rijksmuseum.

Das Amsterdamer Rijksmuseum untersucht zwei Jahre lang ein Bild. Die Frage, die die Expertinnen und Experten beantworten sollen: Ist das ein echter Rembrandt? Am Ende fällt ihre Antwort eindeutig aus.

Kunstexperten des Rijksmuseum in Amsterdam haben ein bisher unbekanntes Gemälde des niederländischen Malers Rembrandt entdeckt. Das Museum teilte mit, dank fortschrittlichster Scanner-Technik und Stilanalysen hätten die Wissenschaftler die Echtheit des Werks „Vision von Zacharias im Tempel“ aus dem Jahr 1633 bestätigen können. Es sei dem Museum kürzlich aus einer Privatsammlung zur Untersuchung übergeben worden.

„Materialanalysen, stilistische und thematische Ähnlichkeiten, von Rembrandt vorgenommene Änderungen und die gesamte Qualität des Gemäldes stützen alle die Schlussfolgerung, dass dieses Gemälde eine echte Arbeit von Rembrandt van Rijn ist“, erklärte das Museum.

Die zweijährige Untersuchung habe unter anderem ergeben, dass alle verwendeten Farben auch in anderen Gemälden Rembrandts aus derselben Zeit vorkommen. Die Zusammensetzung der Farbschichten und die Maltechnik stimmen ebenfalls mit seinen frühen Werken überein.

Das Gemälde ist den Ergebnissen zufolge auf zwei Eichenholzplanken aus Südostlitauen gemalt, einer im 17. Jahrhundert weitverbreiteten Holzart. Die Abmessungen und die Struktur der Tafel ähneln denen, die Rembrandt häufig verwendete. Die Jahresringanalyse des Holzes bestätigt demnach ebenfalls die Datierung des Gemäldes auf das Jahr 1633.

Ein wichtiges Indiz dafür, dass das Gemälde von Rembrandt stammt, sind laut dem Forschungsteam auch die Änderungen, die er während des Entstehungsprozesses vornahm. So sei das Weihrauchfass auf dem Altar ursprünglich größer gewesen. „Solche Änderungen sind typisch für einen Künstler, der aktiv forscht und sein Werk verbessert“, heißt es in den Erläuterungen der Expertinnen und Experten. Die Signatur sei schließlich noch in die nasse Farbe aufgetragen worden. „Dies deutet darauf hin, dass Signatur und Datierung original sind.“

Das Werk zeigt die biblische Szene, in der Erzengel Gabriel den Priester Zacharias aufsucht, um ihm die Botschaft zu überbringen, dass er einen Sohn haben wird, den späteren Johannes den Täufer. Gabriel selbst wird in dem Gemälde nicht dargestellt, ein Licht in der oberen rechten Ecke des Bildes deutet seine Ankunft an. Stilistisch ähnelt das Gemälde Rembrandts „Jeremia beklagt die Zerstörung Jerusalems“ von 1630.

Das Bild war schon einmal als Rembrandt anerkannt worden, dann wurde diese Anerkennung zurückgezogen. Daraufhin erwarb der Privatsammler das Bild, der es jetzt zur Untersuchung zur Verfügung stellte. „Wir hoffen immer, einen neuen Rembrandt zu finden, aber das passiert nur selten“, sagte der Direktor des Rijksmuseums, Taco Dibbits. Als Langzeitleihgabe soll das Bild ab Mittwoch im Rijksmuseum ausgestellt werden.

Verwendete Quellen: sba/AFP