Folgen für eure GeldbeutelNahost-Konflikt eskaliert! Ölpreise explodieren
Die Straße von Hormus ist geschlossen, Öltanker sind Ziele von Angriffen. Der Konflikt in der Golfregion hat unmittelbare Auswirkungen auf Öltransporte aus der Region. Das sorgt für einen kräftigen Anstieg der Preise.
Die Ölpreise sind nach den Angriffen auf Tanker im Nahen Osten um mehr als sieben Prozent auf den höchsten Stand seit Monaten gestiegen. Grund dafür ist die Eskalation des Konflikts zwischen dem Iran, Israel und den USA, die den Öltransport in der wichtigen Förderregion stört. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verteuerte sich in der Spitze auf 82,37 Dollar, den höchsten Stand seit Januar 2025. Der Preis für US-Leichtöl WTI stieg zeitweise auf 75,33 Dollar und erreichte damit den höchsten Wert seit Juni 2025.

Die iranischen Revolutionsgarden teilten mit, sie hätten drei Tanker aus den USA und Großbritannien im Golf und in der Straße von Hormus mit Raketen getroffen. Zudem erklärte der Iran, die Schifffahrt durch die Straße von Hormus sei gesperrt. Bei den Angriffen wurden Reedereikreisen und Behördenvertretern zufolge mindestens drei Tanker beschädigt und ein Seemann getötet. Konkret wurde nach Angaben des Schiffsdienstleisters V. Ships Asia der Öltanker „MKD VYOM“ vor der Küste Omans beschossen, wobei ein Besatzungsmitglied ums Leben kam.
Die Angriffe haben bereits spürbare Folgen für den Seehandel. Die dänische Reederei Maersk kündigte an, Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas umzuleiten. Mehr als 200 Schiffe, darunter Öl- und Gastanker, lagen Schiffsdaten zufolge am Sonntag vor der Meerenge vor Anker. Das japanische Handelshaus Itochu teilte mit, es gebe bereits „einige Auswirkungen“ auf seine Lieferungen von Rohöl und Ölprodukten aus der Golfregion.
„Mit den Vergeltungsmaßnahmen, die sich nun zu Angriffen auf Öltanker in der Straße von Hormus entwickeln, ist die Bedrohung für die Ölversorgung erheblich gestiegen“, schrieb ANZ-Analyst Daniel Hynes in einer Notiz. Die Experten der Citigroup erwarten, dass der Brent-Preis in dieser Woche zwischen 80 und 90 Dollar pro Barrel gehandelt wird. Das Ölkartell Opec+ hatte am Sonntag eine geringfügige Fördererhöhung beschlossen. Die Nutzung zusätzlicher Kapazitäten sei jedoch „stark eingeschränkt, wenn wichtige Wasserstraßen unpassierbar gemacht werden“, sagte RBC-Capital-Analystin Helima Croft. Die Internationale Energieagentur (IEA) teilte mit, sie beobachte die Lage, um im Notfall strategische Ölreserven freigeben zu können.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche mahnte mit Blick auf die Versorgung Deutschlands zur Gelassenheit. Bezogen auf Flüssiggas würden „keine signifikanten Mengen“ über die Straße von Hormus nach Deutschland importiert, sagte die CDU-Politikerin in der ARD. Gas beziehe Deutschland vor allem über Pipelines aus Norwegen und Belgien, Flüssiggas überwiegend aus den USA und Kanada. „Es kann zu Preissteigerungen kommen“, schloss Reiche für Deutschland jedoch nicht aus.
Auslöser der jüngsten Eskalation ist der Tod des obersten geistlichen Führers des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, am Samstag. Israel hatte daraufhin am Sonntag eine neue Angriffswelle auf Teheran gestartet, worauf der Iran mit weiteren Raketenangriffen reagierte.
Verwendete Quellen: sba/rts