Bewerbungen richtig timenJobwechsel geplant? Der beste Monat dafür ist…

Frau freut sich über neuen Job und neue Perspektiven
Manchmal muss ein neuer Job her, um endlich wieder voll durchzustarten.
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Neues Jahr, neues Jobglück?

So denken offenbar viele. „Der Jahresbeginn ist für Jobwechsler und Personaler eine besonders betriebsame Zeit: Denn in den ersten vier Wochen des Jahres ist die Fluktuationsrate in den Unternehmen und Behörden so hoch wie sonst zu keiner anderen Zeit“, schreibt der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft (iwd). Warum das so ist? Einerseits machen sich viele Menschen im November und Dezember darüber Gedanken, was ihr Leben im kommenden Jahr besser machen könnte – zum Beispiel ein Jobwechsel. Andererseits schreiben im Januar und Februar besonders viele Unternehmen neue Stellen aus, weil die Firmen dann ihre Budgetplanung abgeschlossen haben.

Die Kollegen vom Online-Portal Karrierebibel.de haben einen Bewerbungskalender erstellt, da bestimmte Monate und Jahreszeiten bei der Jobsuche offenbar tatsächlich erfolgsversprechender sind. Auch dort wird der Jahresbeginn als heiße Jahreszeit genannt. Allerdings sei zu bedenken, dass in dieser Phase, in der unheimlich viele Menschen ihr neues Jobglück suchen, auch die Konkurrenz größer ist. Wer eher eine Ausbildung starten möchte, muss im März oder April aktiv werden, denn sechs Monate später ist in der Regel Ausbildungsbeginn.

Januar und September sind Top-Monate für die Jobsuche

Ein Mensch gibt seinen Job auf, ein anderer übernimmt die Stelle – Arbeitsmarkt-Experten bezeichnen das als Fluktuation. „Die Fluktuationsquote in deutschen Betrieben ist im Januar und im September am höchsten“, so der Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft. Der September fällt in der Jobwechsel-Statistik auf, weil in diesem Monat Hunderttausende von neuen Auszubildenden ins Berufsleben einsteigen.

Besonders wenige Menschen wechseln laut iwd dagegen im Dezember ihren Arbeitgeber. Ob einige noch das Weihnachtsgeld mitnehmen möchten? Jobwechsel-Flaute herrscht aber auch in den Monaten Februar, Mai und November, in denen die Fluktuationsrate nur leicht höher ist als im Dezember.

Was sind die häufigsten Gründe für einen Jobwechsel?

Opa stand 35 Jahre lang bei Opel am Band? Mutti arbeitet seit 30 Jahren als Sekretärin in ein und derselben Anwaltskanzlei? Ja, frühere Generationen legten eine größere Treue an den Tag, was den Arbeitgeber anging. Mittlerweile ist es aber ganz normal, alle paar Jahre den Job zu wechseln. „Jobwechsel gehören für immer mehr Menschen zum normalen Arbeitsleben“, sagte Tobias Zimmermann von der Stepstone Group dem Business Insider. „Es gebe einfach nicht genug Arbeiter, der Arbeitsmarkt habe eine neue Dimension erreicht. Davon profitieren Jobbörsen, weil die Menschen mittlerweile hauptsächlich online nach neuen Stellen suchen. Die Jobbörse Stepstone bringt regelmäßig den Hiring Trends Index heraus – eine Umfrage, die zeigen soll, wie bereit Arbeitnehmer sind, einen neuen Job zu suchen, welche Faktoren dabei wichtig sind und wie sie den Bewerbungsprozess wahrnehmen.

Folgende Hauptgründe für einen Jobwechsel nannten die 3.700 befragten deutschen Arbeitnehmer und 500 Recruiter im Jahr 2024:

  • mehr Geld (35 Prozent)

  • Unzufriedenheit im Job (34 Prozent)

  • zu viel Stress (33 Prozent)

  • ein besseres Angebot von einem anderen Arbeitgeber (26 Prozent)

„Bei der Wahl des Arbeitgebers sind Urlaubstage (70 Prozent), Gehalt (66 Prozent) und Jobsicherheit (63 Prozent) die wichtigsten Faktoren für Jobsuchende – gefolgt von sinnvollen Tätigkeiten (58 Prozent) und interessanten Aufgaben (55 Prozent)“, berichtet der Business Insider auf Basis der Untersuchung.

Fakt ist: Es ist immer sinnvoll, sich über die nähere Zukunft und die persönliche Zufriedenheit Gedanken zu machen. Und einen Großteil unseres täglichen Lebenszeit verbringen wir nunmal am Arbeitsplatz. Daher ist ein Jobwechsel einer der größten Hebel, um vergleichsweise schnell auf ein neues Zufriedenheits-Level zu kommen.