Nikolausdorf in Garrel bekommt rund 7000 Briefe jährlich

Wunsch an den Nikolaus: "Corona soll endlich verschwinden"

Mitarbeiter im Weihnachtspostamt Nikolausdorf (Archiv). Momentan sind sie natürlich im Homeoffice.
Mitarbeiter im Weihnachtspostamt Nikolausdorf (Archiv). Momentan sind sie natürlich im Homeoffice.
© DPA

06. Dezember 2021 - 11:57 Uhr

Post aus aller Welt landet in Nikolausdorf

In einem kleinen, niedersächsischen Dorf – da soll er leben – der Nikolaus höchstpersönlich. Wie soll es denn auch anders sein, schließlich heißt das Dorf in der Gemeinde Garrel passenderweise Nikolausdorf. Seit 1965 gehen in der Vorweihnachtszeit Tausende von Briefen im sogenannten Nikolausdorfbüro ein und werden dort von rund 20 ehrenamtlichen Helfern beantwortet – und die müssen manchmal auch ihre Englischkenntnisse unter Beweis stellen. Briefe trudeln nämlich auch aus Russland und China ein.

Wünsche veränderten sich im Laufe der Jahre

Die Deutsche Post unterstützt die Aktion mit Briefmarken, übernimmt die Druckkosten stellt Jahr für Jahr auch für Nikolausdorf ein Sonderstempel zur Verfügung.
Die Deutsche Post unterstützt die Aktion mit Briefmarken, übernimmt die Druckkosten stellt Jahr für Jahr auch für Nikolausdorf ein Sonderstempel zur Verfügung.
© Deutsche Post

"Zwar sind auch der Teddybär oder die Eisenbahn noch immer bei den Wünschen dabei, aber man merkt schon, dass die Kinder immer mehr von der Werbung beeinflusst werden", erzählt Hubert Weddehage RTL Nord. Seit mehr als 50 Jahren leitet er bereits das Nikolausdorfbüro. Mittlerweile stünden auf dem Wunschzettel eher elektronische Spiele und Handys. Die Briefe der Kinder kommen überwiegend aus Deutschland, aber auch aus Belgien, Frankreich, den Niederlanden, China, sowie einige aus Russland. "Vereinzelt können meine ehrenamtliche Mitarbeiter auch französisch oder englisch", so Weddehage. Denn der Anspruch im Nikolausdorf lautet natürlich: Jeder Brief soll beantwortet werden.

"Corona soll endlich verschwinden."

Neben den materiellen Wünschen, sind es aber auch vor allem die persönlichen Briefe, die den Helfern ans Herz gehen: "In den Briefen kommt natürlich verstärkt Corona vor. Dass Corona endlich verschwinden soll und Wünsche, dass der Nikolaus davon verschont bleibt", so Hubert Weddehage. Manchmal erreichen sie auch Nachrichten von Kindern, die geliebte Menschen verloren haben. Dann versuchen die ehrenamtlichen Nikolaus-Helfer ganz besonders mit ihrer Antwort Trost zu spenden.

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Die Aktion gibt es seit 56 Jahren

Seit 1965 gehen in der Vorweihnachtszeit Tausende von Briefen in der kleinen Gemeinde Nikolausdorf ein und werden dort von ehrenamtlichen Helfern beantwortet.
Seit 1965 gehen in der Vorweihnachtszeit Tausende von Briefen in der kleinen Gemeinde Nikolausdorf ein und werden dort von ehrenamtlichen Helfern beantwortet.
© Gemeinde Garrel

Ein Artikel der Nordwest-Zeitung löste 1965 alles aus: Kamen in den Vorjahren nur vereinzelt Briefe, so häufen sich jetzt wahre Briefberge in der kleinen Gemeinde an. "Es gehört mittlerweile zur Adventszeit dazu und solange ich Helfer habe, werden wir damit auch nicht aufhören", sagt Hubert Weddehage. Pssst – das ist übrigens die Adresse vom Nikolaus: "An den Nikolaus
49681 Nikolausdorf". Wer weiß, vielleicht geht ja der ein oder andere Weihnachtswunsch in Erfüllung. Und eine Antwort kommt ganz bestimmt – vom Nikolaus höchstpersönlich versteht sich… (kum)