Sie soll angeblich vor vielen Krankheiten schützen

Haskap-Beere - neues Superfood oder nichts besonderes?

Die Haskap-Beere soll das neue Superfood sein.
Die Haskap-Beere soll das neue Superfood sein.
© iStockphoto, Akchamczuk

13. Juli 2021 - 7:20 Uhr

Verbraucherzentrale kritisiert Haskap-Beeren-Hype

Haben Sie schon etwas von der Haskap-Beere gehört? Sie soll das neue Superfood sein – mega gesund, eine wahre Wunderbeere also. Aber stimmt das wirklich? Die Verbraucherzentrale NRW sieht das nicht so und zeigt Alternativen.

Hilft die Haskap-Beere gegen Krebs?

Gemäß Novel-Food-Verordnung dürfen Haskap-Beeren seit Januar 2019 als traditionelles Lebensmittel aus einem Drittland nach Deutschland importiert werden. Sie gelten als "sicheres Lebensmittel". Die Beere ist reich an antioxidativ wirkenden Anthocyanen, Vitamin C und Mineralstoffen wie Eisen. Außerdem soll die Beere, die wie eine Mischung verschiedener Beeren schmeckt, Zellen und Gefäße schützen, den Blutdruck senken und Entzündungen hemmen. Sie soll als vorbeugende Maßnahme vor Herzkreislauf-Erkrankungen und Krebs schützen. Das klingt doch zu schön, um wahr zu sein. Haben wir es hier etwa mit einer Wunderbeere zu tun? "Diese Wirkungen sind jedoch nicht durch Studien belegt", schreibt die Verbraucherzentrale NRW auf ihrer Webseite.

Verbraucherzentrale: "Das sind keine Wunderbeeren"

Mit 15 bis 30 Euro pro Kilo ist die Haskap-Beere wahrlich kein Schnäppchen. Ob sich das lohnt? Die Verbraucherzentrale NRW glaubt jedenfalls nicht an eine Wunderwirkung einzelner Lebensmittel und somit auch nicht der Haskap-Beere. "Haskap-Beeren sind keine Wunderbeeren und schützen nicht vor Erkrankungen." Genauso gesund wie die teure Beere seien heimische Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren. Denn die liefern dem Körper ganz schön viele Vitamine, Folsäure und Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Magnesium. Und noch dazu sind sie meist aus regionalem Anbau erhältlich. Das gilt für die Haskap-Beere (noch) nicht. In Deutschland sind einzelne Anbauer zwar in Süddeutschland zu finden, eher wird das vermeintliche Superfood aber in Polen, Österreich und der Schweiz, sowie Russland, Japan, China und Kanada angebaut. (mol)