Reifenwechsel zu Ostern?

Warum Sie die "O bis O"-Faustregel vergessen können!

Winterreifen nur im Winter? Oktober bis Ostern galt lange als Faustregel ...
Winterreifen nur im Winter? Oktober bis Ostern galt lange als Faustregel ...
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07. April 2021 - 20:35 Uhr

Osterhase bringt Schnee

"Es schneit, es schneit, kommt alle aus dem Haus" – und lasst' besser die Winterreifen drauf! Seit Ostern ist der Winter zurück in Deutschland. Schnee und Eis bedecken die Fahrbahnen. Und das kann ein echtes Problem sein. Denn viele haben schon jetzt die Sommerreifen drauf. Grund dafür ist die allgemein bekannte Faustregel für den Reifenwechsel, die besagt: Winterreifen von Oktober bis Ostern, Sommerreifen von Ostern bis Oktober. Von O bis O also. Doof nur, wenn an Ostern dann Schnee fällt. Aber wie kann das sein, dass diese altbewährte Faustregel jetzt so daneben liegt? Das wird uns Thomas Müther, Sprecher vom ADAC Nordrhein erklären.

Warum ist die „O bis O"-Regel mittlerweile hinfällig?

Müther (ADAC): Die Faustregel "O bis O", also von Ostern bis Oktober mit Sommerreifen zu fahren, bietet nach wie vor zumindest eine grobe Orientierung. Ungenauer wird sie besonders dann, wenn Ostern wie in diesem Jahr sehr früh liegt, schon Anfang April.

Dann ist die Gefahr, dass es nach Ostern nochmal einen Wintereinbruch mit Schnee und Eis gibt, deutlich größer. Bei einem frühen Osterzeitpunkt macht es demnach Sinn, mit dem Reifenwechsel noch ein paar Wochen zu warten.

Wieso hat man diese Regel damals als Richtwert genutzt?

Müther (ADAC): Die Faustformel bedeutet auch, dass etwa von Oktober bis Ostern die richtige Zeit für Winterreifen ist. In diesem Zeitraum sinken die Temperaturen und man muss in vielen Regionen Deutschlands mit Reifglätte, gefrierender Nässe und später dann auch Schneeregen oder Schnee rechnen. Für solche Witterungsbedingungen sind Winterreifen die bessere Wahl.

Die Faustregel "O bis O" versucht also, anhand der allgemein zu erwartenden Wetterlage im Jahresverlauf einen Orientierung für den Reifenwechsel zu geben. Weil es inzwischen aber im März wie im November sowohl Perioden mit warmen Temperaturen von bis zu 20 Grad als auch Frost und Schnee geben kann, ist die Regel mit Vorsicht zu genießen und nicht allgemein gültig.

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Woran sollte man sich beim Reifenwechsel besser orientieren?

Müther (ADAC): Entscheidend für den richtigen Zeitpunkt zum Reifenwechsel sind der Standort und das Wetter. Die Faustregel "O bis O" bietet eine ganz grobe Orientierung. Wir empfehlen, sich an den aktuellen Nachttemperaturen und den Wettervorhersagen zu orientieren. Erst wenn wirklich dauerhaft nachts kein Frost mehr herrscht und die Temperaturen anhaltend über sieben Grad Celsius liegen, sollte man auf Sommerreifen wechseln.

Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es aber im März/April nicht. Denn vor dem aktuellen Wintereinbruch hatten wir auch in diesem Jahr bereits einen längeren Zeitraum mit milden Temperaturen. Man kann mit dem Reifenwechsel aber ohne Probleme bis Ende April/Anfang Mai warten. Dann ist man auf der sicheren Seite.

Was tun wenn der Termin zum Reifenwechsel bereits gebucht ist?

Müther (ADAC): Wer auf der sicheren Seite sein will, der sollte den Termin auf Ende April/Anfang Mai verschieben. Bei winterlichen Straßenverhältnissen, zum Beispiel Reif- und Eisglätte, Schnee, Schneematsch, Glatteis und Temperaturen um den Gefrierpunkt sind Winterreifen in Deutschland ein Muss. Die sogenannte situative Winterreifenpflicht gilt auch im April.

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