Beeindruckendes Wetterphänomen im Vogelsberg

Heuteufel im Video eingefangen

16. Juni 2021 - 13:57 Uhr

Spannendes Naturphänomen

"Du stehst da und es kommt ein kühler Wind, der Dich nach vorne stößt", sagt Philipp Stock aus Schlitz, als er von einem besonderen Wetterphänomen berichtet. Am Wochenende war er bei bestem Wetter und blauem Himmel im hessischen Wartenberg (Vogelsbergkreis) über die Felder spazieren gegangen, als er bemerkt, wie sich die Luft um ihn herum ändert: "Es war, als würde man leicht im Fön stehen."

Kamera filmt besonderen Luftwirbel

Sofort zückt er die Handykamera und hält drauf. Auf dem Video ist zu sehen, wie der Luftwirbel über ein Feld mit frisch gemähtem Gras wandert und der Grünschnitt in die Höhe fliegt. An einem Baum hat sich der Wirbel dann verfangen, bevor er sich aufgelöst hatte und das kleine Spektakel auch schon wieder vorbei war.

"Ich habe ihn etwa eine halbe Minute beobachten können, aber ich weiß nicht, wie lange er schon hinter mir war", sagt der 35-Jährige. Sorge vor einem Tornado hatte er nicht: "Zum einen sind wir ja nicht in Amerika, zum anderen war der Himmel blau und es gab keine Wolken, die gefährlich ausgesehen haben."

RTL-Meteorologe: Windteufel werden erst durch ihren Untergrund sichtbar

RTL-Meteorologe Björn Alexander
RTL-Meteorologe Björn Alexander hat sich das Video des Heuteufels aus Wartenberg genau angesehen.
© wetter-ressort

"Meteorologisch gesehen sind die "Teufel" kleinräumige Luftwirbel, sogenannte Kleintromben, die bei entsprechenden Wetterlagen gar nicht so selten sind", erklärt RTL-Meteorologe Björn Alexander: "Zumindest dürften viele von uns diese bei sommerlichen Spaziergängen und bei strahlend schönem Wetter schon mal gesehen haben." In der Regel sind die Windteufel harmlos, können aber unter bestimmten Bedingungen auch Sturmstärke oder mehr erreichen.

VIDEO-TIPP: Weitere Infos und Bilder zum Phänomen "Staubteufel" im Wetter-Lexikon auf wetter.de

Voraussetzung für die Teufel ist erst einmal Trockenheit, erklärt der Wetterexperte: "Staub und Heu würden in nasser Form so nicht aufgeweht werden. Der zweite Faktor ist strahlend schönes Wetter, das die Luft am Boden aufheizt. Steigt dann ein erwärmtes Luftpaket in einer Thermikblase aufwärts, dann kann die Luft hierbei in eine leichte Rotation geraten." Sichtbar wird das Phänomen dann allerdings erst durch den Untergrund, wie Staub oder Sand. Liegt - wie in diesem Fall aus Wartenberg - nämlich Heu am Boden, dann kann dieses aufgeweht werden und dem Weg des Luftwirbels folgen.

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