Großartige Ideen für ein zweites „Leben“ des Tannenbaums

Weihnachtsbaum recyclen: Das können Sie aus Nadeln und Ästen machen

Der ausgediente Weihnachtsbaum ist viel zu schade zum Entsorgen.
Der ausgediente Weihnachtsbaum ist viel zu schade zum Entsorgen.
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05. Januar 2022 - 8:30 Uhr

Weihnachtsbaum viel zu schade zum Wegwerfen

Das Weihnachtsfest ist längst vorbei, der Baum abgeschmückt und die Deko wieder in Kisten und Schränken verstaut. Auch wenn der Weihnachtsbaum seinen eigentlichen Zweck bereits erfüllt hat, ist es zu schade, ihn einfach auf dem Sammelplatz zu entsorgen oder kostenlos abholen zu lassen. Lesen Sie sich unsere Tipps durch, denn nicht nur im Garten, sondern auch im Haushalt lassen sich Nadeln und Zweige weiter nutzen.

Holz für Kamin, Ofen oder Feuerschale

Kleingehackt und gut durchgetrocknet sorgt der Weihnachtsbaum für wohlige Wärme.
Kleingehackt oder zersägt und gut durchgetrocknet sorgt der Weihnachtsbaum für wohlige Wärme.
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Egal ob für den Kamin, den Kachelofen oder die Feuerschale - die einfachste Art, den Weihnachtsbaum zu entsorgen, ist es, ihn zu verbrennen. Zersägen Sie den Baum in ofengerechte Holzstücke und lassen Sie diese noch einige Zeit trocken lagern. Die Restfeuchte bei Kaminholz sollte unter 20 Prozent liegen, denn ansonsten qualmt es und verrußt damit den Ofen.

Ab in den Garten mit dem Weihnachtsbaum

Natürliche Schneckenabwehr
Auch im Garten können Fichte, Tanne oder Kiefer nach ihrem Einsatz als Christbaum ein zweites Leben beginnen. Die Nadeln gelten als altes Hausmittel gegen Schnecken. Heben Sie die Nadeln Ihres Weihnachtsbaumes einfach an einem trockenen Ort auf und streuen diese im Frühling um besonders schneckengefährdete Pflanzen herum aus. Da Schnecken nur sehr ungern über die piksenden Nadeln kriechen, werden sie lieber einen Bogen darum machen.

Schützende Mulchdecke
Mulch schützt empfindliche Pflanzen im Garten vor Austrocknung und Bodenerosion. Häckseln Sie dazu den Weihnachtsbaum und lassen Sie die zerkleinerten Holzschnipsel anschließend an einem trockenen Ort für einige Monate liegen, bevor Sie sie im Beet verteilen. Natürlich sollte der Baum pestizidfrei und unbehandelt sein. In kleinen Mengen können Sie das Häckselgut auf den Kompost geben oder zum Mulchen von Rhododendren, Hortensien, Heidelbeeren und anderen Gartenpflanzen verwenden, die einen sauren Boden bevorzugen.

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Rosen, Stauden und Immergrüne werden durch Tannenzweige geschützt.
Rosen, Stauden und Immergrüne werden durch Tannenzweige geschützt.
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Frostschutz für empfindliche Pflanzen
Tannenzweige sind ein altbewährtes Mittel, um empfindliche Pflanzen vor Kälte und Wind zu schützen. Auch die Zweige des Weihnachtsbaumes eignen sich dazu. Dafür darf der Baum allerdings nicht ganz ausgetrocknet sein. Legen Sie die Zweige in mehreren Lagen flach ins Beet, um austreibende Blumenzwiebeln und Stauden vor Frost zu schützen. Auch immergrüne Gehölze wie Rhododendron oder Buchsbaum profitieren vom Schutz der Zweige. Weil diese Pflanzen über ihre Blätter im Winter Wasser abgeben, aber aus den gefrorenen Böden kein neues Wasser aufnehmen können, vertrocknen sie häufig. Um das zu verhindern, stecken Sie die Zweige in den Boden und bedecken Sie damit die Pflanzen. So können die Zweige bei sonnigem Wetter Schatten bieten und verhindern, dass sie über ihre Blätter zu viel Wasser verlieren.

Perfektes Hotel für Insekten
Eine weitere Möglichkeit, Ihren Weihnachtsbaum sinnvoll zu entsorgen: den Baum als Behausung wieder ins Ökosystem zurückführen. So können aus den Tannen- und Fichtenzweigen etwa 30 Zentimeter lange Stücke geschnitten werden und diese als kleiner Holzstapel in einer ruhigen Gartenecke den Sommer über als Insektenhotel dienen.

Futterspenden gerne gesehen
Sie können ihren Baum auch gerne als Futterspenden an Förster, Tierparks und Pferdehöfe abgeben. Natürlich müssen die Bäume pestizidfrei und unbehandelt sein. Verwenden Sie kein Schnee-, Glitzer- oder Frischhaltespray und entfernen Sie den Baumschmuck ganz besonders sorgfältig. Als Tierfutter sind vor allem Weihnachtsbäume geeignet, die noch grün und nicht völlig durchgetrocknet sind. Werfen Sie Ihren Weihnachtsbaum keinesfalls ohne Nachfrage beim Besitzer auf Koppeln oder in Gehege. Und entsorgen Sie ihn keinesfalls im Wald.

Verwendung in der Küche

Würziger Tee mit Piniennadeln.
Würziger Tee mit Piniennadeln.
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Tee aus Fichten- oder Kiefernnadeln
Fichten- und Kiefernnadeln helfen wegen ihres Vitamin-C-Gehalts sowie ihrer schweißtreibenden und beruhigenden Eigenschaften gut gegen Erkältungen und Frühjahrsmüdigkeit. Für den Tee brauchen Sie ein paar Nadeln Ihres Weihnachtsbaumes, bestenfalls ein wenig geschnitten oder zerquetscht, damit die wertvollen Inhaltsstoffe auch austreten. In einer Tasse mit heißem Wasser übergossen etwa zwei Minuten ziehen lassen und schon ist der gesunde Tee fertig.

Duftendes Gewürz
Haben Sie schon mal Tannennadeln gegessen? Die Nadeln werden dafür getrocknet und mit dem Mörser oder einer Gewürzmühle fein zerkleinert. Leicht im Ofen geröstet, schmecken sie ebenfalls gut. Sehr gut passen die nach Wald duftenden Nadeln zu Wild oder Pilzen. Mit Salz vermischt erhalten Sie ein leckeres Kräutersalz.

Tannen-Marmelade
Genau genommen handelt es sich nicht um Marmelade, sondern um Gelee. Dafür brauchen Sie einige Hände voll Tannennadeln, einen Liter Wasser, Gelierzucker und Zitronensaft. Alles ohne den Gelierzucker für einige Minuten kochen, danach die Nadeln sieben. Nun kommt der Gelierzucker dazu und das Ganze wird dann noch heiß in Gläser abgefüllt.

Gesundheit aus den Resten des Weihnachtsbaumes

Tannen- oder Fichten-Öl
Übergießen Sie die Tannennadeln vollständig mit Öl (Menge, je nachdem, wieviel Öl Sie herstellen wollen) und lassen Sie das Ganze dann mindestens 5 Wochen an einem trockenen, warmen Ort ziehen. Perfekt als winterlicher Badezusatz, als Massageöl oder um via Duftlampe die heilsame Waldkraft in Form von Tannen- oder Fichtenöl ins Wohnzimmer zu holen.

Tinktur gegen kleine Wehwehchen
Die Alternative zum guten, alten Franzbranntwein können Sie selbst herstellen. Die Tinktur aus Tannen- oder Fichtennadeln hilft bei Zerrungen, Gelenkschmerzen, Muskelkater und kann auch für Sportmassagen verwendet werden.

Sie brauchen:

  • Fichten- oder Kiefernnadeln
  • Alkohol, mindestens 40%ig (z.B. Wodka, Doppelkorn)
  • evtl. 1 EL Wacholderbeeren
  • Glas mit Schraubdeckel
  • kleines Sieb

So wird die Tinktur hergestellt:

  1. Nadeln kleinschneiden und mit den Wacholderbeeren in ein Glas geben.
  2. Mit Alkohol übergießen, bis die Nadeln und Beeren vollständig bedeckt sind.
  3. Das Glas verschließen und ungefähr einen Monat an einem warmen Ort ziehen lassen.
  4. Danach abseihen und dunkel aufbewahren.
Entspannende Badefreuden mit Fichtennadeln
Entspannende Badefreuden mit Fichtennadeln
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Hustensirup selbst herstellen
Hustensirup aus Tannennadeln ist nur eines von vielen Hausmitteln gegen Erkältung.

So bereiten Sie den Sirup zu:

  1. Nadeln von Fichte oder Tanne in einem Topf mit Wasser geben. Die Nadeln sollten gerade so bedeckt sein.
  2. Dann das Wasser zum Kochen bringen und 20 Minuten leicht köcheln lassen.
  3. Die Nadeln mit Hilfe eines Siebs heraussieben.
  4. Die Flüssigkeit mit dem Zucker aufkochen und noch heiß in kleine sterile Glasflaschen abfüllen.

Badezusatz mit ätherischen Ölen
Ein heißes Bad lindert Schmerzen bei Zerrungen, Rheuma und Durchblutungsstörungen sowie Erkältungssymptome. Die ätherischen Öle der Nadeln wirken zudem schleimlösend und entspannend.

Für ein Vollbad benötigen Sie ungefähr 100 g Tannen-, Kiefern-, oder Fichtennadeln. Kochen Sie die Nadeln mindestens zehn Minuten in Wasser auf und gießen Sie den fertigen Sud durch ein Sieb ins Badewasser.

Kreatives Upcycling

Nadelbäume eignen sich besonders gut zum Basteln, da sie deutlich weicher als Eiche oder Buche sind und sich deshalb besser bearbeiten lassen.

Kleiderhaken bauen
Die Äste klassischer Weihnachtsbaum-Tannen wachsen recht gleichmäßig in Ringform um den Stamm herum. Daher eignen sich die Tannenäste sehr gut, um Kleiderhaken daraus herzustellen. Sie können diese auch im Garten als Rankhilfe oder Blumenstütze verwenden.

Holzknöpfe basteln
Wenn Sie handwerklich begabt sind, können Sie aus den dickeren Ästen hübsche Holzknöpfe basteln. Dazu benötigen Sie nur eine Säge, Schleifpapier in unterschiedlichen Stärken, einen Handbohrer sowie ein einfaches Pflanzenöl. Sägen Sie die gewünschte Anzahl an Baumscheiben ab und entfernen Sie die Baumrinde. Glätten Sie die Scheiben mit Schleifpapier und versehen Sie diese anschließend mit Löchern. Reiben Sie die Knöpfe mit Pflanzenöl ein und lassen Sie diese gut trocknen.