Kinostart: 28. November 2019

Was für ein Auftritt, Jennifer Lopez! Kritik zum Stripper-Movie „Hustlers“

27. November 2019 - 14:30 Uhr

von Mireilla Zirpins

Was für ein Auftritt! Jennifer Lopez ist gerade 50 geworden und zeigt in "Hustlers" ihren jungen Kolleginnen nicht nur als leichtbekleidete Stripperin an der Stange, wo der Hammer hängt. Doch ihr extrem hart trainierter Körper ist nur der oberflächliche Hingucker. Warum Jennifer Lopez, die auf jegliche Gage verzichtete, die Geheimwaffe dieses Films ist, erfahren Sie im Video.

Jennifer Lopez führt uns in die Welt der Stripperinnen ein

"Knee Hook, Ankle Hook, Karussell", kommentiert JLo als Striptänzerin lapidar ihre lasziven und kraftvollen Bewegungen. Sie weist Rookie Destiny, ihre neue Kollegin, in die Kunst des Pole Dance ein – und uns Zuschauer gleich mit.

Wie Destiny, die eigentlich Dorothy heißt und glaubhaft von Constance Wu aus "Crazy Rich" gespielt wird, erleben wir die Welt der Stripperinnen aus einer für uns ganz neuen, einer radikal weiblichen Perspektive. Nicht wie gewohnt mit dem Blick des männlichen Voyeurs. Stattdessen mit dem einer weiblichen Insiderin, die mit in die Umkleide darf und die Mädels nicht nur in ihrer textilarmen "Arbeitskleidung" sieht, sondern auch in Hoodie und Sweatpants mit dem Kind unterwegs. In der dritten Regiearbeit von Lorene Scafaria ("Mit besten Absichten", "Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt") sind die Herren allesamt austauschbare Stichwortgeber in einem sehr weiblich dominierten Film.

Aus einfachen Verhältnissen kommen sie alle, die Tänzerinnen, denen die Wallstreet-Macker im Stripclub die Scheine in den String stecken, darunter auch die beliebten Musikerinnen Lizzo und Cardi B in ihren ersten Filmrollen. Doch mit der Finanzkrise von 2008 weht plötzlich auch ein härterer Wind für die Mädchen. Die Typen wollen nun für ein paar Dollar gleich auch noch befriedigt werden, was die neue Konkurrenz aus Russland auch willig zum Dumpingpreis erledigt. Da hat Jennifer Lopez' Ramona die zündende Idee, wie man die knickrig gewordenen Kunden ausnehmen kann. Aber die ist leider nicht ganz legal.

Wie so oft bei der Verfilmung wahrer Geschichten ist die Faktentreue der Dramaturgie etwas hinderlich. So gern man in der ersten Hälfte die Figuren in ihrer grellen Umgebung kennenlernt - die gaunerischen Aktivitäten der Mädels ziehen sich irgendwann ziemlich. Aber wie unser Video zeigt, gibt es durchaus gute Gründe, den Film trotzdem zu schauen.