Vom Aussterben bedroht

Wal-Dame in Fischernetz gefangen - ihr Baby weicht ihr nicht von der Seite

Snow Cone mit ihrem Kalb
Snow Cone mit ihrem Kalb
© Georgia DNR

08. Dezember 2021 - 12:08 Uhr

Wal-Dame Snow Cone hat Leidensmonate hinter sich

Es sind Bilder, die für Tierschützer und Meerestier-Fans nur schwer zu verkraften sind, aber gleichzeitig Mut machen: Eine Wal-Mama, gefangen in einem weißen Fischernetz, tollt mit ihrem kleinen Kalb vor der Küste des US-Bundestaats Georgia. Bei dem Großtier soll es sich um keine Geringere als Snow Cone handeln, eine der wenigen verbliebenen Nordatlantischen Glattwal-Damen weltweit. Ihr Junges ist zwar frei, schwimmt aber immer wieder gefährlich nahe um die Netzreste herum.

Snow Cone trägt zum Fortbestand ihrer Art bei

Im März 2021 war die in einem Fischernetz verhedderte Snow Cone zum ersten Mal bei Cape Cod Bay vor Massachusetts entdeckt worden. Retter hatten in Folge versucht, sie zu befreien. Ein schier unmögliches Unterfangen, zuletzt konnte aber zumindest das Schleppseil des Netzes gekürzt werden, das sie hinter sich herzog.

Jetzt gibt es endlich erfreuliche Nachrichten: Snow Cone hat während ihres monatenlangen Befreiungskampfes offenbar Nachwuchs bekommen. Ein neues Video, das von der Abteilung für natürliche Ressourcen und Wildlife in Georgia veröffentlicht wurde, zeigt das Muttertier gemeinsam mit einem Kalb etwa 10 Seemeilen vor der Südostküste des Landes.

Die Luftaufnahmen sind besonders berührend, immerhin gelten die Nordatlantischen Glattwale als bedrohte Spezies. Nur noch 336 von ihnen leben derzeit in den Meeren. Trotz ihrer erschöpfenden und lebensbedrohlichen Lage hat Snow Cone einen Teil zum Fortbestand beigetragen.

Jungtier in Gefahr?

Am 2. Dezember war das Wal-Duo entdeckt worden. Auf den Aufnahmen schwimmt das Jungtier um seine gefangene Mutter herum, berührt dabei immer wieder das Netz. In dem Postingtext zum Video heißt es allerdings, dass die Seile keine Gefahr für das Kleine darstellen würden. "Es hat sich nicht verheddert, aber es wurde beobachtet, wie es in, durch und um die Seile schwimmt. Die allgemeine Meinung ist, dass diese aber kurz genug sind. Das Kalb wird sich wahrscheinlich nicht verheddern, wenn alles so bleibt, wie es ist." Die Tierschützer würden die Wale aber genauestens im Blick behalten, um im Notfall Maßnahmen einleiten zu können. (cch)