Herbst = hohe Vergiftungsgefahr!

Welche Pilze für Ihren Hund gefährlich sein können

15. Oktober 2020 - 13:52 Uhr

Fliegenpilz und Co.

So ein eigener Garten ist für Hunde sicherlich ein echtes Paradies: Viel Platz zum Toben und jede Menge zu entdecken. Im Moment sprießen die Pilze aus dem Boden, doch nicht jeder Pilz ist gut für Bello. Zwergspitz "Al Capone"  bediente sich erst kürzlich am Spitzkegeligen Kahlkopf – einer Pilzart, die Rauschzustände hervorruft und ähnlich wirkt wie LSD. Der Spitz brach zusammen und musste beim Arzt mit einer Infusion entgiftet werden. Wir zeigen Ihnen, bei welchen Pilzen Ihr Vierbeiner lieber nicht zubeißen sollte. Und im Video erklärt eine Tierärztin, was Sie im Notfall tun sollten.

Grüner Knollenblätterpilz

Hat der Hund einen Knollenblätterpilz gefressen, leidet er acht bis zwölf Stunden später an starken Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall. Danach folgen Stunden der scheinbaren Verbesserung. Unbehandelt kommt es aber eineinhalb bis zwei Tage nach der Pilzeinnahme zu Leberversagen, gefolgt von Nierenversagen, multiplem Organversagen und dem Fall ins Koma, der schließlich mit dem Tod endet.

Grüner Knollenblätterpilz
Pilz des Jahres 2019: Grüner Knollenblätterpilz
© iStockphoto, Bogdan Ionescu

Risspilze

In einigen Fällen sind auch Risspilze tödlich. Das Gift Muscarin hat die Wirkung, dass Magen, Darm und Lunge sehr bald nach der Einnahme mit Flüssigkeit volllaufen. Dies führt schließlich zum Ersticken. Vor allem kleine Hunde sind besonders gefährdet. Große Hunde haben bessere Überlebenschancen.

Pilze im Wald
Ein Risspilz (Inocybe) steht im Seewald in Friedrichshafen. Foto: Felix Kästle/Archiv
© deutsche presse agentur

Frühjahrslorchel

Durch den Verzehr der Frühjahrs-Giftlorchel können starke oder sogar tödliche Vergiftungen entstehen. Die dabei auftretenden Symptome werden als Gyromitra-Syndrom bezeichnet und sind jenen bei einer Vergiftung mit Knollenblätterpilzen (Phalloides-Syndrom) sehr ähnlich.

Poisonous false morels (Gyromitra esculenta). Photo: Matti Björkman +++(c) dpa - Report+++
Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta)
© picture-alliance/ dpa, Lehtikuva Matti Björkman

Pantherpilz

Pantherpilze führen zu Störungen des vegetativen Nervensystems. Es kommt zu ähnlichen Erscheinungen wie bei Fliegenpilzen. Erste Symptome treten nach 30 Minuten bis 2 Stunden auf.  Fliegenpilze enthalten giftige Aminosäuren, die Einfluss auf das Nervensystem haben. Es kommt zu erhöhter Speichelbildung, zu Herzrhythmusstörungen, Durchfall, Erbrechen, Hecheln, Atemstörungen, Muskelkrämpfen und kann sogar zu einem Kollaps bis zum Tod kommen.

Pantherpilz
Der Pantherpilz ist stark giftig.
© iStockphoto, AYDIN GUVEN

Satanspilz

Satanspilze führen zu massiven Magen-Darm-Störungen, die durch den Flüssigkeitsverlust kompliziert werden können. Erste Symptome treten nach 15 Minuten bis 4 Stunden auf.

Satanspilz
Lange Zeit gehörte der Satanspilz unter die Spitzenreiter der Giftpilze
© iStockphoto

Nadelholz-Häubling

Vergiftungserscheinungen treten nach 8 bis 24 Stunden auf. Dann kommt es zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Nach ein bis zwei Tagen kann es zu einer scheinbaren Verbesserung des Zustandes kommen, bevor die Symptome einer schweren Leber- und Nierenschädigung einsetzen. Unbehandelt tritt der Tod um den 5. Tag ein.

Gift Häubling
Der Gift-Häubling wird auch Nadelholz-Häubling genannt
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