Studie zur Jugendsexualität

Von wegen frühreif: Das erste Mal kommt immer später

09. Juni 2021 - 13:29 Uhr

Studie zur Jugendsexualität der BZgA

Wer hin und wieder durch Social Media scrollt könnte denken: Die Jugend von heute wird immer frühreifer. Dass das zumindest beim Thema Sexualität nicht der Fall ist, zeigt eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Deutlich weniger "erste Male" als noch vor 10 Jahren

Demnach geben Mädchen und Jungen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren an, deutlich weniger sexuelle Erfahrungen gemacht zu haben als noch vor zehn Jahren. Mädchen deutscher Herkunft erleben im Durchschnitt zu knapp 70 Prozent das erste Mal mit 17. Bei den gleichaltrigen Mädchen mit Migrationshintergrund sind es 37 Prozent. Bei den 17-jährigen Jungen sind es 64, beziehungsweise 59 Prozent. Als Grund wird dafür vor allem angegeben, dass der oder die Richtige noch nicht dabei war.

Sexualität bei Jugendlichen: mehr Informationsbedarf, mehr Aufklärung

Als einen Grund für diesen Trend nennt die Frankfurter Gynäkologin Viola De Baey die verbesserte Aufklärung: "Die Jugendlichen wissen, dass das erste Mal kein Freifahrtschein ist, sondern dass da auch im Vorfeld schon eine Verhütung stattfinden sollte." Bei der Wahl des Verhütungsmittels führt das Kondom, auf Rang 2 folgt die Pille. Aber De Baeys Patientinnen werden wählerischer: "Ich habe den Eindruck, dass viele Jugendliche, auch die Jüngeren tatsächlich, hierherkommen, um sich zu informieren. Sie geben sich auch nicht sofort mit einer Verhütungsmethode zufrieden, sondern fragen sehr differenziert nach, was in ihrem Falle jetzt das Beste wäre." Und das scheint sich zu lohnen: Nur 5 Prozent der Befragten gaben an, beim ersten Mal nicht verhütet zu haben.

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