Kein (Bio)-Plastik in die Biotonne!

Von wegen abbaubar! Darum sollten kompostierbare Plastiktüten nicht in den Bio-Müll

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18. Dezember 2018 - 22:56 Uhr

Bio-Mülltüten: nicht so öko wie vermutet

Es klingt so wunderbar praktisch: Kompostierbare Bio-Abfälle aus der Küche kommen erst in den kompostierbaren Beutel aus Bio-Plastik und dann ab damit in die grüne Tonne. Doch genau das sollten wir auf gar keinen Fall machen, warnen Experten. Denn die Bio-Mülltüten sind gar nicht so öko wie versprochen.

Keine Bio-Mülltüte in den Bio-Müll!

Dass wir Plastik in jeder Form besser einsparen oder sogar vermeiden sollten, ist mittlerweile vermutlich jedem klar. Es gibt zahlreiche Tipps und Tricks, wie man  so weit wie möglich auf Plastik verzichten kann. Dennoch ist das manchmal im Alltag gar nicht so einfach: zum Beispiel beim Abfall. Lästiges Auswaschen der Bio-Mülltüte, gerissene Papiertüten, aus denen der Bio-Müll auf den Küchenfußboden klatscht. Da kommt vielen Verbrauchern die Bio-Mülltüte wie gerufen.

"Biologisch abbaubar" und "vollständig kompostierbar"  steht auf den Tüten. Und so wird das Öko-Gewissen des Käufers beruhigt und die Bio-Mülltüten landen bei vielen zusammen mit Salatabfällen und Orangenschalen im Bio-Müll. Klingt ja auch logisch: Kompostierbare Bio-Abfälle aus der Küche erst in den kompostierbaren Beutel und dann in die grüne Tonne.

Kompostierbares Plastik verrottet zu langsam – und nicht vollständig

Bloß nicht, warnen Experten. Denn im Kompostierwerk wird der als "kompostierbar" angepriesene Kunststoff mitnichten zu wertvollem Kompost. Das Problem: der Zersetzungsprozess dauert dafür viel zu lange. Zwölf Wochen darf es laut Euro-Norm dauern, bis sich "kompostierbare" Plastiktüten zersetzt haben müssen.

Viel zu lange für die meisten Kompostieranlagen. Denn die meisten Anlagen arbeiten mit viel zu geringen Temperaturen und sehr viel schneller, als für den Abbau der Bio-Müllbeutel nötig wäre. Nach gerade mal vier bis fünf Wochen muss der Kompost aus dem Werk verkaufsfertig sein.

900 kleine Plastik-Restpartikel pro Kilo Kompost

Die Folge: ein Teil der vermeintlich abbaubaren Bio-Mülltüten bleiben im Kompost und müssen anschließend durch ein aufwändiges Siebtechnik herausgefiltert und verbrannt werden. Aber nicht nur das: beim Filterprozess werden lediglich 95 Prozent der verbliebenen Bio-Plastikteilchen rausgefischt. Die restlichen fünf Prozent bleiben in der Komposterde. Und landen im Anschluss auf unseren Äckern. Das sind immerhin 900 kleine Plastik-Restpartikel pro Kilo Kompost. Also: besser auf kompostierbare Tüten verzichten oder eben nicht in den Biomüll oder auf den Kompost werfen -  das empfiehlt übrigens auch das Umweltbundesamt.

Was mache ich mit dem Bio-Müll?

Aber was mache ich denn nun mit meinem Bio-Müll? Experten empfehlen für die Küche wachsbeschichtete Tüten aus Tüte aus Recycling-Papier, die auch im High-Speed Kompostierwerk zu 100 Prozent verrotten. Noch besser, billiger und einfacher: Sie sammeln die Abfälle ohne jede Tüte wie gehabt in einem rostfreien Stahlbehälter oder Plastikeimer. Ein Stückchen Zeitung am Boden hilft beim Sauberhalten.