Virus-Schutz wird zum Umweltproblem

Richtiges Entsorgen der Masken rettet Tierleben

Ein Vogel sitzt auf den Boden und seine Füße sind gefesselt durch eine Einweg-Maske. Dass er sich von selbst befreien kann, ist unwahrscheinlich.
Ein Vogel sitzt auf den Boden und seine Füße sind gefesselt durch eine Einweg-Maske. Dass er sich von selbst befreien kann, ist unwahrscheinlich.
© RSPCA

06. Juni 2021 - 19:54 Uhr

Corona-Masken: Schutz für Mensch - Tod für Tier

Uns Menschen schützt sie, den Tieren schadet sie: die Einwegmaske. Eigentlich dachte man, dass die Tierwelt von der Coronakrise verschont bleibt. Doch jetzt fast zwei Jahre nach Ausbruch der Pandemie ist klar, Natur und Tier werden die Schäden noch lange spüren. Grund ist nicht das Virus selbst, sondern der damit verbundene Müll. Immer wieder sieht man Bilder, wie Maskenberge das Meer oder die Landschaft zumüllen. Besonders schlimm sind die Gummi-Bänder an den Masken. Für Tiere können sie schnell zur tödlichen Falle werden. Erst kürzlich müssen Tierschützer eine Seemöwe retten, die sich mit ihren Füßen komplett verfangen hatte. Aus eigener Kraft hätte sich der Vogel nicht retten können und wäre qualvoll verendet. Für diesen Pinguin kam in Brasilien jede HIlfe zu spät. Eine im Meer entsorgte Maske hält der Pinguin für Fressen. Wenig später ist er tod. Mehr dazu lesen Sie hier.

Man sieht Möwen-Beine, die durch ein Gummi-Band miteinander verknotet sind.
Eine Tierschutzorganisation muss eine Möwe freischneiden. Sie hat sich in den Gummi-Bändern einer Einwegmaske verfangen und kam aus eigener Kraft nicht mehr frei.
© RSPCA

Meer und Land leiden unter Corona-Müll

Seit der Coronakrise geht ohne Maske nichts mehr – Leidtragender ist die Umwelt. Denn obwohl die Masken in den Restmüll gehören, landen viele irgendwo in der Natur. Nach Berechnungen der Umweltorganisation "OceansAsia" wurden alleine im Jahr 2020 rund 1,5 Milliarden Masken in die Meere gespült – das sind ungefähr 6.200 Tonnen Müll! Zusätzlich zu der restlichen Verschmutzung im Meer versteht sich. Fische verfangen sich, fressen die Masken und sterben im schlimmsten Fall. Dass es mit der Verschmutzung an Land nicht viel besser steht, zeigt den meisten ein kurzer Spaziergang durch den Wald. Überall liegen gebrauchte Masken herum.

Davon haben wir noch Schäden in hundert Jahren

Im "Focus"-Interview spricht Auke-Florian Hiemstra von der Universität in Leinen darüber, was passiert, wenn eine Maske in der Natur landet. "Einmalmasken werden Hunderte von Jahren brauchen, um sich zu zersetzen. Wir müssen davon ausgehen, dass sie in den kommenden Jahrzehnten, vielleicht sogar für Jahrhunderte, Tieren schaden werden."

Zugegeben gegen den Maskenverschleiß können wir nichts tun – wir müssen sie für unsere Gesundheit häufig wechseln. Aber es ist wichtig, die Maske ordentlich im Restmüll zu entsorgen. Im besten Fall trennt man die Gummi-Bänder von dem Stoff ab, so dass man ganz sicher gehen kann, dass sich so auch kein tierischer Besucher auf der Müllhalde verfängt. Und so kann der einfache Gang zum richtigen Müll den Tod von vielen unschuldigen Tieren verhindern. (gas)

Lese-Tipp: Masken und Gummihandschuhe erschweren Entsorgungsbetrieben die Arbeit

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