2019 M01 14 - 18:25 Uhr

So gesund sind Essenspausen für den Körper

Beim Intervallfasten handelt es sich nicht um eine Diät. Und auch nicht um eine klassische Fastenkur. Stattdessen wechseln sich beim intermittierenden Fasten Phasen, in denen ganz normal gegessen wird, mit Phasen des kompletten Verzichts ab. Die zugrundeliegende Idee ist, dass sich in der Fastenzeit die Stoffwechsellage im Körper verändern kann. Dadurch werden die körpereigenen Heilungskräfte freigesetzt. So hat das Intervallfasten, abgesehen davon, dass die Pfunde purzeln, noch weitere äußerst positive Auswirkungen auf unseren Körper. Wir verraten, warum Sie die Methode unbedingt mal ausprobieren sollten.

5:2 oder 16:8 - ganz wie Sie wollen!

Intermittierendes Fasten ist keine Hau-Ruck-Diät - im Gegenteil. Intervallfasten ist vielmehr eine dauerhafte Ernährungsumstellung, die Sie jahrelang betreiben können. Sie müssen dabei nur eine Regel beachten: Sie dürfen essen, was Sie wollen - allerdings nur in einem bestimmten Zeitfenster.

Die zwei beliebtesten Varianten des Intervallfastens sind die 5:2- und die 16:8-Methode. Beim 5:2-Fasten wird an fünf Tagen pro Woche ganz normal gegessen, an zwei Tagen (die nicht aufeinander folgen sollten) wird gefastet, beispielsweise Montag und Donnerstag. Klingt schrecklich? Ist aber gar nicht so schlimm! Wir haben getestet, wie gut die 5:2-Methode funktioniert.

Eine andere Möglichkeit ist die 16:8-Variante, bei der man 16 Stunden lang auf Nahrung verzichtet und seinen Kalorienbedarf in den verbleibenden acht Stunden deckt. Neben 5:2 und 16:8 gibt es noch das "Alternate Day Fasting", bei dem man immer abwechselnd einen Tag fastet und einen Tag normal isst. Bei allen drei Fastenmethoden gilt: Schon nach wenigen Wochen gewöhnt sich der Körper an die Fastenzeiten, das Hungergefühl wird weniger.​ Mit einem Wochenplan und Tipps für die Sieben-Tage-Fastenkur geht das Intervallfasten wie von selbst.

Intervallfasten hilft nicht nur beim Abnehmen

Die Grundidee aller Varianten des Intervallfastens: Durch die kurzzeitige Fastenzeit wird die Stoffwechsellage im Körper verändert. Durch die (vergleichsweise langen) Essenspausen aktivieren Sie Ihre körpereigenen Heilungskräfte, Entzündungsprozesse im Körper werden reduziert, Schmerzen gelindert und ungeahnte Energien freigesetzt. Allerdings gibt es bislang nur Studien mit geringer Teilnehmerzahl oder Tieruntersuchungen zur Auswirkung des Intervallfastens auf den Körper - große, valide Studien sind eher selten. Als gesichert gelten jedoch heute bereits einige beachtliche Wirkungen von Intervallfasten auf die Gesundheit. 

► Intervallfasten lässt gefährliches Bauchfett schmelzen

Wer kennt sie nicht, die kleinen Rettungsringe, das Wohlstandsbäuchlein, das sich über die Hose wölbt. Dieses viszerale Bauchfett ist nicht nur nicht so schön, es ist auch gefährlich und ein großer Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes & Co. Und genau hier kann Intervallfasten helfen: Denn nach rund 12 Stunden Fasten beginnt der Körper nämlich, Ketone aus Fettreserven zu mobilisieren, um diese zur Energiegewinnung zu nutzen. Und wo zapft er diese Fettreserven an? Genau, am Bauchfett! Das heißt: Mit Intervallfasten nimmt man zuallererst am Bauch ab. Zudem senkt intermittierendes Fasten den Insulinspiegel und erhöht das menschliche Wachstumshormon Somatropin. Beides regt den Stoffwechsel an, wodurch hartnäckige Fettreserven, zum Beispiel am Bauch, leichter abgebaut werden können.

► Intervallfasten unterstützt die Zellerneuerung

Bim Fasten verändert sich der Zellstoffwechsel. Weil die Zellen ohne Nahrung sind, müssen sie auf Reserven zurückgreifen. Dazu zersetzen sie alte, geschädigte Bestandteile, die Krebs oder Neurodegeneration auslösen können, und gewinnen dadurch Energie. Diesen Prozess nennt man Autophagie und er funktioniert wie eine Art Müllabfuhr. Das heißt, mit dem Fasten hilft man seinem Körper dabei, die Müllabfuhr anzukurbeln und krankmachende Zellen loszuwerden.

► Intervallfasten entfettet die Leber

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter einer Fettleber - Tendenz steigend. Ursache: Übermäßiger Konsum von Alkohol, aber auch zu fett- und zuckerreiche Ernährung. Die Folgen sind gravierend: Fettablagerungen in der Leber erhöhen das Risiko für Diabetes, Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Krankheiten. Und genau hier kann Intervallfasten helfen. Denn ein kurzzeitiger Nahrungsentzug beschleunigt den Fettabbau in der Leber. Das hat ein Forscherteam aus München und Heidelberg herausgefunden. Schuld daran ist ein Protein, das den Fetttransport im Körper steuert. Fehlt dieses Protein, lagert sich das Fett in der Leber an. Durch einen kurzzeitigen Nahrungsentzug kommt die Produktion dieses Proteins in Schwung und der Fettgehalt der Leber normalisiert sich. Dieses Protein kann außerdem Zellschäden reparieren. Es liegt also nahe, dass damit auch die Zellverjüngung unterstützt wird.

► Fasten regeneriert das Immunsystem

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Fasten einen regenerierenden Effekt auf die Zellen des Immunsystems ausübt. Auch bei diesem Prozess kommt wieder der Aspekt ins Spiel, dass der Körper während der Hungerzeit versucht, Energie zu sparen. Dies tut er, indem er ältere und beschädigte Immunzellen abbaut. So reduziert sich während des Fastens unter anderem die Anzahl der weißen Blutkörperchen, der Leukozyten. Bei der nächsten Nahrungszufuhr springt die Produktion der weißen Blutkörperchen dann sprunghaft an. Durch den Fastenprozess werden also alte Leukozyten quasi "recycelt". Weiße Blutkörperchen spielen eine bedeutende Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern und schützen den Körper vor Infektionen.