31. Juli 2016 - 11:26 Uhr

Valet Parking klingt in der Theorie praktisch und unproblematisch

Der Urlaub ist gebucht, die Koffer sind gepackt – auf zum Flughafen und dann ab in die Sonne. Doch wohin mit dem Auto? Parken im Flughafen-Parkhaus kann auf Dauer extrem teuer werden. Darum nutzen viele Urlauber das sogenannte Valet Parking – ein scheinbar komfortabler Parkservice. Doch sind unsere Autos dort tatsächlich sicher? Und wie können wir uns vor der Park-Abzocke schützen?

Mit sicheren und angenehmen Parkmöglichkeiten werben Valet-Parking-Anbieter auf detailliert gestalteten Internetseiten. Der Urlaub soll quasi schon vor dem Abflug beginnen: Der Kunde kann sein Auto bequem am Terminal abgeben, ein Mitarbeiter des Parkservices bringt den Wagen anschließend in ein Parkhaus oder zu einem videoüberwachten Stellplatz. Nach dem Urlaub kann das Auto dann am Terminal wieder entgegengenommen werden. Und das alles für im Schnitt nur 60 Euro pro Woche.

Die Realität ist wenig luxuriös

Auch Familie Berenbeck aus Wuppertal wurde Opfer eines unseriösen Parkservices. Sie glaubten ihren Wagen sicher am Düsseldorfer Flughafen auf einem bewachten Parkplatz. Tatsächlich stand ihr Auto zwei Wochen lang unabgeschlossen auf einem ungesicherten Schotterparkplatz.

Bereits 2014 wurden die Zustände bei scheinbar luxuriösen Parkdiensten am Düsseldorfer Flughafen aufgedeckt. Was auch damals schon nach einem unschlagbaren Angebot klang, sah in der Realität ganz anders aus: Autos, die wochenlang im Matsch mit heruntergekurbelten Fenstern oder unabgeschlossen auf einem abgelegenen, unbewachten Parkplatz stehen – der passende Schlüssel abgelegt auf dem Vorderreifen. Wo der Kunde einen sicheren Parkservice vermutete, wurde dieser schamlos getäuscht.

Der naheliegende Verdacht: Sind die Annahmestellen voll, verfrachten unseriöse Parkfirmen die Fahrzeuge einfach auf andere Stellmöglichkeiten. Werden die Anbieter mit den Vorwürfen konfrontiert, flüchten sie sich in faule Ausreden. Schützen kann sich der Kunde nur, indem er sein Auto in einem offiziellen Flughafenparkhaus abstellt oder auf öffentliche Verkehrsmittel ausweicht. Familie Berenbeck will sich in Zukunft nur noch von Verwandten zum Flughafen bringen lassen.