Ab fünf Stunden verschlechtert sich das Wohlbefinden

Studie: Zu viel Freizeit kann unglücklich machen

Einfach mal durchatmen! Mehr Freizeit steigert unser Wohlbefinden – aber nur bis zu einem bestimmten Punkt.
Einfach mal durchatmen! Mehr Freizeit steigert unser Wohlbefinden – aber nur bis zu einem bestimmten Punkt.
© Getty Images, freemixer

14. September 2021 - 11:50 Uhr

Mehr Freizeit steigert unser Wohlbefinden – aber nur bis zu einem bestimmten Punkt

Viele Tage sind einfach komplett vollgepackt: Mit Arbeit, Erledigungen, Haushalt. Da bleibt uns oft wenig Zeit, die wir so verbringen können, wie wir gerne möchten. Einfach mal abschalten, was unternehmen, durchatmen, neue Energie tanken. Mehr Freizeit steigert unser Wohlbefinden – aber nur bis zu einem bestimmten Punkt. Das ist das Ergebnis einer Studie aus den USA, die jetzt im "Journal of Personality and Social Psychology" veröffentlicht wurde. Zu viel Freizeit kann sogar schlecht sein und uns unglücklich machen.

Ab zwei Stunden Freizeit steigt das Wohlbefinden nicht weiter an - ab fünf Stunden geht es zurück

"Menschen beschweren sich oft darüber, zu beschäftigt zu sein und wollen mehr Freizeit haben", so Marissa Sharif, Hauptautorin der Studie. "Aber ist mehr Freizeit auch mit mehr Glück verbunden? Wir haben herausgefunden, dass zu wenig frei verfügbare Zeit am Tag zu mehr Stress führt und zu geringerem Wohlbefinden. Aber obwohl zu wenig Freizeit schlecht ist, ist mehr davon auch nicht immer besser."

Für die Studie haben die Forschenden zunächst Daten aus älteren Umfragen ausgewertet. Die Befragten sollten angeben, was sie in den vergangenen 24 Stunden gemacht hatten und wie sie sich dabei fühlten. Dabei kam heraus: Ab zwei Stunden freier Zeit stieg das Wohlbefinden nicht weiter an. Ab fünf Stunden ging es sogar zurück.

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Studie: Wenig Freizeit führt zu Stress, zu viel Freizeit zum Gefühl der Unproduktivität

Für die Studie haben die Wissenschaftler dann noch zwei Onlineexperimente mit mehr als 6.000 Teilnehmenden durchgeführt. Diese sollten sich vorstellen, jeden Tag eine bestimmte Zeit für sich selbst zu haben: Entweder 15 Minuten, dreieinhalb Stunden oder sieben Stunden. Sie sollten angeben, wie glücklich und zufrieden sie die jeweilige Vorstellung macht. Diejenigen mit wenig Freizeit fühlten sich gestresst, die Personen mit viel Freizeit dagegen wenig produktiv.

Im zweiten Experiment ging es dann um die Produktivität. Das Ergebnis: Stellen sich die Personen mit viel Freizeit vor, diese produktiv zu verbringen – zum Beispiel mit Sport – fühlen sie sich besser, in etwa vergleichbar mit der mittleren Gruppe (dreieinhalb Stunden). Die Vorstellung hingegen, die viele Zeit unproduktiv zu verbringen – zum Beispiel vor dem Fernseher oder Computer – macht unglücklicher.

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Es kann unglücklich machen, den ganzen Tag frei zu haben und nichts Produktives zu machen

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass es unglücklich machen kann, einen ganzen Tag zur freien Verfügung zu haben", so Sharif. "Die Menschen sollten stattdessen danach streben durchschnittlich viel Zeit zu haben, die sie verbringen können, wie sie möchten." (sli)

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